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BERLIN.
SCHADOW (RUDOLF); GEBOREN ZU ROM 1786, GESTORBENDASELBST IM JAHRE 1822.
Er war der älteste Sohn des Directors der Akademie. Im Jahre 1810ging er, zugleich mit seinem Bruder, nach Rom, wo er, einige Monate desJahres 1819 abgerechnet, die er zum Besuche bei seinen Altern zubrachte,bis zu seinem Tode verblieb. Der König besitzt von ihm drei Marmor-bilder, die sich sämmtlich durch grofse Reinheit des Geschmacks und An-muth auszeichnen, nämlich: die Sandalenbinderin, die Spinnerin und einenCupido. Die Spinnerin ist viermal wiederholt worden. Sein letztes, vonihm nicht mehr beendigtes Werk: Achilles, der den Leichnam der Penthe-silea vertheidigt, hat Wolff unter Thorwaldsens Leitung für den König voll-endet.
Noch wird eines Denkmales gedacht, das er für den Herzog von De-vonshire, in England, in Marmor ausgeführt hat.
FRIEDRICH TIECK, AUS BERLIN; GEBOREN 1776.
Friedrich Tieck ist der Bruder des berühmten Dichters dieses Namens.Vom Jahre 1789 bis 1794 lernte er bei Bettkober, arbeitete nachher bis 1797in Schadows Atelier, und brachte den Sommer des letztgedachten Jahres inDresden zu, von wo er nach Wien, München und Paris ging. In Paris,wo er im Februar des folgenden Jahres ankam, blieb er über drei Jahre,darauf in Rom auch drei Jahre, und sieben Jahre in Carrara. Erst 1819kehrte er nach Berlin zurück. Eine innige Freundschaft verband ihn mitSchick, mit dem er auch in der Werkstatt des Malers David gearbeitethatte und nach Italien gegangen war. Stets hat er das Andenken Davidssehr in Ehren gehalten. Seine damals nach der Madonna della Sedia ge-fertigte Zeichnung, in der Gröfse des Urbildes, befindet sich in Tegel, undist ein sehr ausgezeichnetes Werk.