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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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BERLIN.

Diese Compositionen haben für mich den Fehler aller solchen Werke,dafs sie einer weitläufigen Erklärung bedürfen, welche uns ermüdet unddadurch dem Eindrucke schadet, den die einzelnen Theile auf uns machenwürden, wenn sie sich gesondert darstellten.

Die nach Schinkels Entwürfen gebauten Kirchen sind diejenigen seinerWerke, welche meinem Geschmacke bis jetzt am wenigsten genügt haben;doch nehme ich die Werdersche Kirche in Altdeutscher Bauart hievon aus,deren Inneres an Schönheit der Verhältnisse und Linien durchaus nichtszu wünschen übrigläfst, und deren Äufseres ebenfalls von schöner Wirkungist; indessen, glaube ich, würde der Anblick des Gebäudes gewinnen, wenndie Strebepfeiler unten mehr vorsprängen.

Um meine Leser mit dem baukünstlerischen Talent Schinkels nach allenseinen Richtungen vertraut zu machen, kann ich nichts befseres thun, alssie auf sein hier in Berlin erschienenes Werk: Sammlung architektonischerEntwürfe, zu verweisen. Dies ist eine sehr reiche Sammlung von zumTheil nicht ausgeführten Planen in Umrifsen (in grofs Folio), welche schonaus mehr als hundert Blättern besteht.

Die hohe Stelle, die Schinkel als Baumeister einnimmt, gründet sich aufseine Werke und auf das Urtheil der Architekten anderer Länder. Klenzeund Gärtner gehören zu seinen eifrigsten Bewunderern. Seine Bescheiden-heit, der Adel seiner Gesinnungen, seine Sanftmuth erhöhen sein Verdienst.Alle Künstler Berlins lieben und verehren ihn. Er ist höchst uneigennützigund stets dienstfertig. Schwer begreift man seine Arbeitsamkeit; denn nichtswird in dieser Stadt im Gebiete der Kunst unternommen, ohne dafs manihn zu Rathe zöge, was leider nur zu oft auch in unwichtigen Dingen ge-schieht. Möchte man doch bedenken, dafs die Zeit, die man ihm raubt,zugleich für das Land und für die Künste verloren ist. Schinkel ist zu-rückhaltend ohne Verstellung, schweigsam aus Zartgefühl, und nie sta-chelt ihn die Eigenliebe. Er scheint es nicht zu ahnden, dafs er eineZierde und Berühmtheit seines Landes, ein Leitstern für die neuere Kunst,