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BERLIN.
Schinkeln gebürt in diesem Buche eine wichtige Stelle; denn ich meine,er habe auf die Richtung, welche die Künste und der Geschmack derDeutschen genommen, einen eben so grofsen und entscheidenden Einflufsgeübt, als Cornelius, Thorwalclsen und Schadow.
Unter allen bedeutenden Bauten nach Schinkels Entwürfen erscheint mirdas Schauspielhaus als das grofsartigste. Ich kenne kein Gebäude, wel-chem Lande und welcher Zeit es auch angehöre, dessen Verhältnisse undLinien, zumal der Vorderseite, meinem Geschmacke mehr zusagten. Esgiebt Manche, die meine Meinung nicht theilen, und das ist kein Unglück,weder für sie, noch für mich. Geschmack und Gefühl lafsen sich nichtgebieten, und es ist nicht leicht, die Gesetze derselben festzustellen. Ichgebe hier eine Abbildung dieses Gebäudes, sowie des Innern des Concert-saales, und der Wache am Zeughause.
Der Kupferstich im Bilderhefte stellt das Museum, die Schlofsbrücke unddie Zollgebäude dar. Dieses ist der Stadttheil, wo Schinkel am meistengeschaffen hat, und wo'sich der eigenthümliche Charakter seiner architek-tonischen Hervorbringungen am besten erkennen läfst. Nicht allein dasMuseum und die Brücke sind von ihm, sondern auch sämmtliche Gebäude,welche man auf diesem Blatte zwischen dem Museum und dem Zeughausesieht.
Das klassische Zeitalter Griechenlands, und selbst Herculanum und Pom-peji sind auf die Richtung seiner Ideen und auf die Entwicklung seinesTalentes nicht ohne Einflufs gewesen: nichtsdestoweniger finde ich ihn inallen seinen AVerken durchaus eigenthümlich, und am meisten bewundereich, dafs er bei allem Festhalten an den uns vom Alterthume überliefertenund so unabänderlich feststehenden Regeln, dennoch seine Eigenthümlich-keit so ganz zu bewahren gewust hat.
In Betreff der baulichen Verzierungen, so weifs ich keinen, der sich mitihm mefsen könnte. Der Saal des Kronprinzen, und der Concertsaal desSchauspielhauses geben davon, meines Erachteiis, den glänzendsten Beweis.