Druckschrift 
3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
Entstehung
Seite
60
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

60

BERLIN.

Seine Toilette der Venus hat er zweimal gemalt, von denen eine sichim Besitze des Königs befindet. Dieses und andere Bilder, wie der vonden Nymphen gebadete kleine Bacchus, welches dem Herrn Schulz gehört;Amor bei Landmädchen, und Pausias und Glycere, welche beide EigenthumSr. Majestät sind; Amor mit einem Toilettenkästchen spielend, im Besitzdes Herrn von Gansauge, alle zeigen zur Genüge die Richtung seinesTalents und seines Geschmacks. Die meisten dieser Gemälde waren vomKunstverein angekauft worden. Das Bild, welches ein mit Blumen um-gebenes schlafendes Mädchen in Lebensgröfse darstellt, und dem Königegehört, kann ich nicht loben. Diese Blumen hat der Professor Völcker ge-malt, und das Ganze ist, meiner Meinung nach, sehr ungenügend. Bei sei-nem Pausias und Glycere, wo die Blumen ebenfalls von Völcker sind, undwelches im Jahre 1836 ausgestellt war, habe ich auch bedauert, dafs diesebeiden Künstler, deren jeder in seinem Fache Ausgezeichnetes leistet, zu-sammen sich vereint haben, um so wenig gefällige Gemälde hervorzubrin-gen. Klöber liefert viel Zeichnungen für die Porzelanmanufactur, und hatvom Könige mehrere Aufträge erhalten. Auch hat er das Bildnis eines derSöhne des Prinzen Friedrich von Preufsen gemalt. Das Kind ist fast nacktund mit Blumen umgeben. Letztere sind wieder vom Professor Völcker.Ich habe die Besorgnis, dafs Klöbers Colorit sich immer mehr von derWahrheit entfernen werde. Sein Hüon unter den Arabischen Hirten, der imJahre 1838 zur Ausstellung kam, scheint diese Besorgnis zu rechtfertigen:zwischen Bacchus und Hüon ist in dieser Hinsicht der Abstand schon sehrmerklich.

Er hat mehrere Schüler gehabt, unter denen er dem Genremaler KarlSchulz das meiste Talent zugesteht.