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FLORENZ.
Grofses Aufsehen erregte im Frühling 1836 Giuseppe Sabatelli mit einemÖlgemälde, einem Wunder des Heiligen Antonius, bestimmt, in der Kapelledieses Heiligen in S. Croce aufgestellt zu werden. Es ist die Geschichte,wo der noch junge Antonius einen Ermordeten aus dem Grabe erstehenläfst, um die Unschuld eines fälschlich Angeklagten zu bezeugen. Dienerhaben den Stein vom Grabe gezogen, auf dessen Rande der Wiedererstan-dene sitzt und zu den Versammelten die entscheidenden Worte spricht.Vor ihm steht die jugendliche Gestalt des Heiligen, die Rechte erhoben,die Linke in die Seite gestützt. Neben ihm stehen, jedoch ohne ausdrück-liche Theilnahme, mehrere junge Spanier; links in der Ecke sieht man einenAlten entsetzt zurückfahren, wahrscheinlich einen der Richter, die das fal-sche Urtheil gesprochen haben, und hinter diesen verschiedene Kriegsleute.Der Composition fehlt, wie sie in dem Bilde ist, durchaus Einheit, so wieder Behandlung Gleichförmigkeit; allein aus Allem spricht ein eminentesTalent, dem vielleicht, bei seiner grofsen Jugend (Sabatelli war damals22 Jahre alt), bei befserer Richtung und geläuterter Erkenntnis, Aufseror-dentliches gelingen könnte.
Unter den Kupferstechern hat, seit Longhi's Tode, sich noch keine gleichbedeutende Individualität hervorgethan. Höchst achtungswerth ist PaoloLasinio, der sich mit einer geübten Hand und rastlosem Fleifse zuerst denBestrebungen seines Vaters anschlofs, sodann aber vorzüglich bei Heraus-gabe von Galerie-Werken — als denen von Florenz, Turin u. s. w. —thätig ist. Von den jüngeren Kupferstechern verdient Jesi mit Auszeich-nung genannt zu werden. Zwar ist mir keine fertige Platte von ihmzu Gesichte gekommen, allein die Zeichnungen, die ich bei ihm gesehenhabe nach der Madonna des Fra Bartolomeo in S. Martino zu Lucca, sowie nach dem Bildnisse Leo's X. von Rafael in der Galerie Pitti, übertref-fen alles was mir der Art bis jetzt bekannt geworden ist.
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