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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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ROM.

zu machen war; und wem Rafael zur einfachen Schönheit, und Michelan-gelo zur einfachen Gröfse den Weg gezeigt, der bedurfte zu diesen Zielennichts weiter, als die natürliche Bestimmung dafür.

Camuccini's Werke sind zum grofsen Theil durch Kupferstiche bekannt,die neuerdings mit grofsem Aufwand auf Staatskosten angefertigt werden.Die Prager Akademie besitzt von ibm ein Gemälde, die Befreiung der Erz-väter aus dem Limbus vorstellend; in Bergamo ist seine Judith, in Piacenzasein Simeon im Tempel; für König Karl IV. von Spanien malte er eineGrableerunsr Christi, auf welcher der Heiland neben seiner Mutter, den Armüber ihrem Schoofs, wie entschlummert liegt. Die beiden oben genanntenberühmten Bilder vom Tode Caesars und der Virginia besitzt der König vonNeapel; in Wilna ist der Abschied des Regulas, und an einer andern Stellein Rufsland ein Gottvater von Engeln getragen, al fresco gemalt. In S.Pietro zu Rom steht sein Thomas: — doch wie wäre es möglich, allesaufzuzählen, was seine thätige und geübte Hand erschuf! Seine neustenWerke sind: die Befreiung Roms durch Camillus, für den König von Sar-dinien; das Wunder der Todtenerweckung des S. Francesco de Paula, fürdie neu erbaute Kirche dieses Heiligen in Neapel; und die Bekehrung Pauli,für die wiederhergestellte Paulskirche in Rom.

Mehr oder weniger tragen alle die genannten Werke die Kennzeichen derFranzösischen Schule, vornämlich in der Auffafsung, aber auch in der For-mengebung. Nur in der Farbe unterscheidet sich Camuccini entschieden vonden Franzosen durch einen anspruchloseren, ernsteren, historischen Ton.

Wenn man von seinen Compositionen sagt, dafs sie theatralisch seien,so ist damit nicht etwa eine Übertreibung der Bewegungen, die allerdingsoft vorhanden ist, allein gemeint. Das Wesen des Theatralischen, das sichauch auf ganz entgegengesetzte Weise, wie hie und da bei uns in der ArtUnd Nachbildung lebender Bilder zeigt, beruht in dem Umstände, dafs sichder Künstler nicht in seinen Gegenstand, sondern in die Vorstellung dessel-ben versenkt; seine Gestalten sind nicht die handelnden oder leidenden

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