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DRITTE BEILAGE. D.
auch der Rächerin Dasein geendet. Hildebrands Schwert fährt wie ein Blitz vom Himmelnieder, und straft die Unversöhnliche l ,
Der Künstler erkannte hierin einen Hauptzug des Gedichts, und widmete diesem Gegen-stande das Schlufsbild dieses Saals.
Diesen grofsen Darstellungen werden ebenfalls kleinere, über den Thüren angebrachte Bil-der beigegeben, mit folgenden Gegenständen:
0) Hagen erschlägt Etzels Sohn.
1) Rüdigers Tod.
c) Dietrich übergiebt Hagen gefefselt Chriemhilden.
d) Andeutung der Klage.
FÜNFTER, KLEINERER SAAI>.
NIBELUNGEN-KLAGE.
SCHLBSSBILDER.
Die Klage ist zwar ein später verfafstes Gedicht, als das Nibelungen-Lied, in den Ur-schriften demselben aber durchgängig beigefügt. Um dem Werke diejenige Ruhe und Hal-tung zu geben, welche einem Kunstwerke geziemt, müfsen sich noch Darstellungen anreihen,welche der in der Klage ausgesprochenen Stimmung entsprechen. Der fünfte Raum bietethiezu die geeigneten Felder, und konnte um so eher dazu benutzt werden, als der Künstlernicht etwa noch zum Licde selber gehörige Bilder nachschleppen durfte.
Die der Klage entnommenen Gegenstände sind folgende:
1) Wie die Todten aus dem Saale getragen, von Etzcl, Dietrich, Hildebrand und denFrauen beweint werden.
2) Wie die Boten mit den Waffen des gefallenen Rüdiger heimziehen, um „die gröfsesteGeschichte, die in der Welt je geschah", zu verkünden.
3) Wie sich Bischof Pilgerin die Geschichte von den Boten erzählen läfst.
Der ganze Raum wird ein kirchliches Ansehen gewinnen. In den Feldern des Tonnen-gewölbes sind Engelsköpfchen angebracht. Eine über Jammer und Noth erhabene Welt istangedeutet 2 .
Ich habe schon oben (S. 315.) gesagt, dafs ich den ganzen Plan billige, dafs ich jedochgewünscht hätte, der Künstler möchte demselben bei der einzelnen Ausführung treuer ge-blieben sein. So zum Beispiel ist es, meines Erachtcns, ein lobenswürdiger Gedanke, dafsim ersten Saale die Hauptheldcn des Gedichts einzeln vorgeführt werden, und in dem Bogen-felde über der Thüre der Nibelungendichter, zwischen den sinnbildlichen Gestalten, vorange-stellt ist- in dem Bogcnfclde gegenüber scheint mir aber Hagen mit den Donauwcibern nichtebenso "-lücklich hingestellt zu sein. Die kleinen Dcckenbilder, deren Gegenstand aus ver-schiedenen Gesängen des Gedichts entnommen sind, scheinen auch von der allgemeinen Be-stimmung dieses Saales abzuweichen.
1 Siehe die Abbildung oben S. 318.
2 Die folgenden Bemerkungen sind von dem Yerfafser dieses Werkes.