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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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WIEN.

PETER KRAFFT, geboren 1780 zu Hanau; seit 1823 Professor an derAkademie, seit 1828 Director der k. k. Gemäldegalerie im Belvedere. Durchdie im Belvedere befindlichen, allgemein bekannten Landwehrbilder erwarber sich seit den Jahren 1812 und 1813 einen ausgebreiteten Ruf auch imAuslande, den er durch seine vielen Porträte, deren er über 1200 gemalthaben soll *, und durch mehrere Schlachtengemälde noch mehr begründete.Während er keiner bestimmten Richtung folgte, hatte doch seine Reise nachParis um das Jahr 1801, wo er die Werke eines David und Gerard bewun-derte, einen entschiedenen Eindruck auf seinen Geist gemacht. Alsbald ent-sagte er dem bisherigen Idealismus gänzlich, und wendete sein Hauptaugen-merk vollends mehr auf das Materielle; weshalb sich sein Geist wohl seltenauf die Höhe schwang, wie es die historische Kunst in ihrer Vollendungerheischt, und daher auch seine Bilder, selbst unter grofsen räumlichenVerhältnissen, dennoch einen gewissermaafsen genreartigen Eindruck nichtverfehlen können **. Seine Hauptwerke sind: die bereits erwähnten Land-wehrbilder, der Abschied und die Heimkehr; die Schlachten bei Aspern undLeipzig, im Invalidenhause zu Wien befindlich; Zriny's Ausfall aus Szi-geth; seine Malereien im Comitathause zu Pesth und Tyrnau, und die drei

* Er selber schlägt ihre Zahl auf 2000 an. (Anmerkung des Verfafsers dieses Werkes.)** Ich verstehe nicht, was der Verfafser dieses Kapitels hier meint. Alles was er von derRichtung des in Rede stehenden Malers sagt, scheint mir nicht anwendbar auf die hier ge-nannten Künstler, auf Krafft, auf David, auf Gerard. Was versteht er unter Idealismus? undwie kann er finden, dafs Krafft, indem er sich David und Gerard zum Muster nimmt, sichdem Genre annähert? .... Ich liebe David nicht, aber ich finde, dafs er sich immer derAntike näher gehalten hat, als dem Genre, und selbst in seinen Darstellungen aus der Revo-lution und dem Kaiserreiche hat er sich immer als Geschichtsmaler gezeigt. Die Tracht desTages macht nicht immer ein Genrebild, so wenig als riesenhafte Gestalten immer ein Gc-schichtsgemälde machen. Was Gerard betrifft, so war seine Richtung vielleicht minder hoch-müthig, als jene Davids, aber seine Werke ermangeln nicht des geschichtlichen Charakters.Verstehe ich auch nicht recht, was der Verfafser dieses Kapitels in der ganzen Stelle vonWährend er" bisverfehlen können" sagen will, so bin ich jedoch darin mit ihm einver-standen, dafs Kraffts Gemälde, die sich im Belvedere und im Invalidenhause befinden, desStyls ermangeln, in dem Sinne, welchen ich mit diesem Worte verbinde, und sich dem Genreannähern. (Anmerkung des Verfafsers dieses Werkes.)