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AUGSBURG.
Nichts ist so schön, als das grofse Gemälde des Kaspar von Kreyer, Ru-bens Schüler, welches ich im Rathhause gesehen habe, und das seitdem indie Pinakothek nach München versetzt worden. Dieses herrliche Gemäldestammt, wie man mir gesagt hat, aus der Düsseldorfer Galerie. Michdünkt, Kreyer hat in diesem Werke sich zu der grösten Höhe erhoben,welche irgend einer von Rubens Schülern jemals erreicht hat. Auch sahman sonst hier im Rathhause ein ungeheures Gemälde von Carlo Cignani,und ein andres von Lanfranco.
Die Arbeiten in Erz oder Blei, die öffentlichen Springbrunnen und der-gleichen, so wie die Frescogemälde, welche die Aufsenwände der Häuserzieren, verdienen alle Aufmerksamkeit: indessen gehören diese Gegenständegröstentheils einem Zeitalter der Kunst an, wo der Geschmack sich schonvon der Zurückhaltung, der Einfachheit und dem reinen Gefühl entfernthatte, welche das Zeitalter Rafaels und Albrecht Dürers auszeichneten. DieGegenstände sind meist allegorischer Art, und wenn sie auch geschichtlichsind, so ermangeln sie doch jener Strengigkeit des Styls, welche man inallen dem Gebiete der Geschichte angehörigen Hervorbringungen anzutref-fen wünschte. Unter den Frescomalereien sind etliche von KAGER, derum das Jahr 1570 lebte, und von AMBERGER, einem Schüler Dürers.
Die Domkirche ist ein altes Gebäude, von welchem ein Theil bis aufdas Jahr 748 zurückgeht. Der Theil, welcher den Hanptaltar enthält, istvom Jahre 1410. Die ihm gegenüber stehende Seite ist im Jahre 1048 vomBischof Alexander erbaut. Diese geschichtlichen Angaben sind nicht dasErgebnis meiner Untersuchungen: ich gebe sie hier, wie sie mir sind über-liefert worden, ohne die Richtigkeit derselben zu verbürgen.
Diese Kirche enthält mehrere sehr merkwürdige Gegenstände: ein schö-nes Gemälde von Amberger; Glasgemälde, welche die einzelnen Gestaltender Apostel fast in Lebensgröfse darstellen, und das Gepräge des Byzan-tinischen Styls in auffallender Weise an sich tragen. Ein steinerner Bi-schofsitz scheint noch älter zu sein.