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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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WÄCHTER.

ist das lebende Beispiel, welche Anstrengungen die Kunst machen muste,um auf die Bahn des gesunden Sinnes, des guten Geschmackes, des gründ-lichen Naturstudiums, der Besonnenheit und des innigen Gefühls zu gelan-gen. Alle diese Eigenschaften finden sich in Wächters Darstellungen an-gedeutet: indessen genügen seine Werke mir nicht in aller Hinsicht. DerGedanke ist immer schön, aber die Gestalt und die Farbe verrathen häufigdie Unzulänglichkeit der Mittel.

Wächter gehört keiner Schule und keiner Epoche an, so wie er zu kei-ner Akademie gehört, und vom Hofe weder Amt noch Titel erhalten hat.Dieser kräftige Ringer ist allein und ohne Rüstung in den Kampf getreten,gegen den Ungeschmack, der im verflofsenen Jahrhundert die Oberhand ge-wonnen hatte, gegen die Ziererei und gegen den Schwulst. Er hat keinenandern Führer gehabt, als sein Nachdenken, seinen Willen und die Schwung-kraft seines Geistes; keine Mittel, keine Vorschriften, keine Ermunterun-gen sind seinen Kräften zu Hülfe gekommen.

Sein Künstlersinn stimmt, wie mich dünkt, zu dem des Karstens (ge-storben im Jahre 1798), von welchem er häufig mit Vorliebe spricht, alsvon demjenigen Maler seiner Zeit, der zuerst der Kunst in Deutschlandeine neue und befsere Bahn vorzeichnete.

Ich habe von Wächter im Königlichen Schlofse, bei dem PostinspectorHerrn Breger, und bei Herrn von Cotta mehrere Gemälde gesehen, welcheden Eindruck in mir hervorgebracht, den ich eben ausgesprochen habe.

Ich will einige seiner Gemälde hier anführen:

Hiob mit seinen drei Freunden, in Lebensgröfse.