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MÜNCHEN.
unterhalten würden. Im Innern dieses Gebäudes rinde ich die Zieraten derGewölbe häufig zu schwerfällig: vor allen ist mir solches in dem auf denRömersaal folgenden Saale aufgefallen. Diese tief eingesenkten Vierecke,deren Inneres fast gänzlich durch plumpe Rosetten verdeckt ist, schei-nen mir von ungefälliger Wirkung. Übrigens sind die äufseren Linienschön, und die Verhältnisse scheinen rein; und im Innern kann man dieallgemeine Wirkung nur bewundern, welche diese Reihenfolge so pracht-voller und reicher Säle hervorbringen.
An dem Palaste des Herzogs von Leuchtenberg ist nichts, was der allge-meinen Wirkung der äufsern Architektur Eintrag thäte: der Anblick dessel-ben schien mir ganz befriedigend.
An den meisten neugebauten Häusern in München bemerke ich Neuerun-gen, welche schon in den Geschmack der Bairischen Baumeister, so wiedes Publicums, übergegangen zu sein scheinen, und die ich eben nichtglücklich finden kann. Ich erwähne dieses hier, denn mich dünkt, es istbesonders Klenze, der auf den Baugeschmack zu München am thätigsteneingewirkt hat: meine Beobachtung richtet sich jedoch zunächst an die-jenigen, die solche Bauart lieben, und vornämlich an diejenigen, die siein den Schwung gebracht haben. Ich sehe fast überall über den Thürenund Fenstern, selbst wenn sie nicht gewölbt sind, Schlufssteine, welchedas Ansehen von Consolen haben, obgleich sie nichts tragen. Diese Con-solen springen oft sehr weit vor und sind sehr schwerfällig. Es giebtHäuser, wo man mehrere dergleichen gereihet sieht, und deren Bedeutungund Zweck mir unbegreiflich ist.
Eine andre Besonderheit der Münchener Bauart sind die Gesimse, welchehäufig sich viel zu weit ausladen, und meist Consolen oder Sparrenköpfetragen, deren Maafse ganz aufser Verhältnisse mit dem übrigen Gebäudestehen. Diese Consolen nehmen manchmal die ganze Höhe des oberenStockwerkes ein, und der Raum zwischen ihnen ist häufig auf die seltsam-ste Weise durch Fenster unterbrochen.