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ARCHITECTÜRMALER.
X.
AUGUST VON BAYER.
Bayer schien im Jahre 1837 ungefähr 35 Jahre alt zu sein. Indem ichüber diesen Künstler schrieb, muste ich gegen die Begeisterung, zu wel-cher sein Talent mich hinrifs, auf meiner Hut sein. Die besten Werkedieser Art, welche ich bisher gesehen habe, sind meistentheils von einerdunklen Färbung, und so stellen die Bilder von Grauet und von Boutonsich meinem Gedächtnisse dar. Bei Bayer dagegen ist der Farbenton klar,die Schatten sind nicht stark, die Lichtwirkungen bilden keine Contraste.In seinen Gemälden herrscht ein gelblich-weifser, ein isabellfarbiger Ton;wärmere Töne mischen sich mit dem vorherrschenden. Mitten unter somannigfaltigen Abstufungen des Weifsen, auf welchen das Auge mit Ver-gnügen verweilt, treten Gegenstände in glänzenden Farben hervor, geist-reich gebildete, bedeutsame und bewundernswürdig gemalte Figuren, odereine Pflanze, ein Geräth, ein Gefäfs, ein Bauzierat, zieht den Blick an underfreut ihn. Es liegt Zauberei in dieser Art des Malens. Bayer gehörteigentlich nicht zu einer bestimmten Abtheilung der Künstler; er bildet einefür sich allein. Indessen malt er wenig nach der Natur. Seine Einbil-dungskraft stellt ihm den Gegenstand lebhaft dar, welchen er sich erwählt.Er heftet den Blick fest auf die Leinwand, und in dem Maafse, wie erVorrückt, sucht er Abstufungen, er verändert, fügt hinzu, bis er dieseHarmonie, diesen Reiz, diesen Zauber hervorgerufen hat, welche seine^erke so anziehend machen. Übrigens gleichen sie sich alle unter einan-der, und ich wünsche, ebenso sehr zum Besten der Kunst wie seines Ruh-mes, dafs er die Natur zu Rathe ziehen und etwas mehr mit den Gegen-ständen abwechseln möge.
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