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LANDSCHAFTER.
XXV.
HAUSHOFER AUS MÜNCHEN.
Haushofer schien, im Jahre 1835, etwa 23 bis 24 Jahre alt zu sein.Ich habe bei ihm, und später im Kunstverein, eine grofse Landschaft ge-sehen, welche eiue Fertigkeit, weit über sein Alter, ankündigt; man möchtesagen, es ist das Werk eines Malers, der schon ein langes Leben auf An-fertigung von Gemälden verwendet hat, und der, auf sein Gedächtnis undseine Geschicklichkeit sich verlafsend, nicht mehr zu bedürfen scheint, alseinen leichten, an Ort und Stelle selber aufgenommenen Umrifs, um einenGegenstand wiederzugeben, und noch schöner als die Natur zu bilden. Ichglaube, dafs eine solche Richtung, wie der Künstler hier kund giebt, wenner mit weniger Talent begabt wäre, ihn dahin führen könnte, Gemälde her-vorzubringen, welche den bedruckten Tapeten glichen: aber Haushofer wird,wie ich hoffe, diese Gefahr vermeiden; er hat zu viel wahres Verdienst,um nicht zu fühlen, dafs die Quelle des gründlichen Naturstudiums beider Landschaft nicht durch blofse Fertigkeit und Leichtigkeit des Pinselsersetzt werden kann; indessen bekenne ich, um seinetwegen völlig be-ruhigt zu sein, würde ich gern sehen, dafs er etwas von dem Vertraueneinbüfste, welches er, seinen Werken nach zu urtheilen, in seine eigenenKräfte zu setzen scheint. Der Ton des in Rede stehenden Gemäldes istim Ganzen warm und harmonisch, der Farbenauftrag ist breit, reinlicheUmrifse setzen sie gegen einander ab. Ich erkenne deutlich, wenn dieserjunge Künstler, der, wie ich glaube, sich erst seit wenigen Jahren derMalerei gewidmet hat, sich die Mühe nimmt, die Natur eifrig zu studie-ren, wenn er einsieht, welchen Reiz die Hingebung und die Bescheiden-heit des Landschaftmalers seinen Werken verleiht, so kann es ihm, bei denglücklichen Anlagen, womit er ausgerüstet ist, nicht fehlen, eine bedeutende