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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

XXI.

KARL HERMANN AUS DRESDEN.

Hermann, etwa 38 Jahre alt, ist einer der ältesten Schüler des Cornelius,und einer von denjenigen, für welche dieser grofse Meister die meiste Zu-neigung hegt. Er ist von einer ungemeinen Sanftmuth und Einfachheit:aber bei aller Bescheidenheit des Gemüths, erscheint doch sein Künstler-sinn wenig beugsam; die Richtung, welche er hier befolgt, ist ihm zur an-dern Natur geworden, und man hat mir gesagt, dafs selbst seiner FreundeRath unvermögend ist, hierin eine Änderung zu bewirken. Seine Werkehaben eine Steifheit, welche häufig sogar die ältesten Beispiele der Malereiüberbietet; und weit entfernt sich zu befsern, zeigt er in einem seiner letz-ten Werke, dem Deckengemälde der protestantischen Kirche zu München,eine Übertreibung, wie sie in solchem Maafse noch auf keinem seiner frü-heren Werke vorkam. Ich habe alle seine Freunde in München in dieserHinsicht einstimmig befunden, Jedermann sagt es ihm: aber es scheint nun-mehr eine gebieterische Richtung seiner Einbildungskraft und seines Talentszu sein. Indessen finde ich doch nicht, dafs seine Malereien im neuenSchlofse diesen Vorwurf in gleichem Maafse verdienen. Wir werden amEnde dieser Schilderung noch darauf zurückkommen.

Das grofse Frescobild der Theologie im Universitätssaale zu Bonn ist ganzvon seiner Erfindung und Zeichnung: nur bei der Ausführung haben Götzen-berger und Förster ihm geholfen. Dies ist, nach meinem Gefühl, eins sei-ner besten Werke. Der Holzschnitt, welchen ich hier meinen Lesern biete,stellt den Haupttheil des Gemäldes, die Mitte desselben, dar.