233
GESCHICHTSMALER.
Gedichten genommen sind; desgleichen in dem Schlafzimmer fünf andereBilder aus Goethe's Dichtungen.
Auch hat er Hermann bei seinen grofsen Wandgemälden in Bonn gehol-fen, und namentlich hat er zumeist an dem Gemälde der Theologie gear-beitet.
Die Zeichnungen, welche er nach Altitalienischen Gemälden und Bild-werken für den Kronprinzen von Baiern gemacht hat, sind allgemein be-wundert worden. Ich habe sie gesehen und sie sehr merkwürdig gefunden.Die Meister, nach welchen er gezeichnet hat, sind Nicola und Simone Pi-sano, Giotto, Gaddi, Fiesole und andere. Diese Zeichnungen vergegenwär-tigen auf die getreuste Weise die Bildwerke und Gemälde jener alten Zeit;Förster bewährt darin eine grofse Geschicklichkeit, die Eigenthümlichkeiteines jeden dieser verschiedenen Meister wiederzugeben.
Förster hat viele kunstgeschichtliche Untersuchungen angestellt und einigedavon bekannt gemacht, die von Alterthumskundigen geschätzt werden unddie Jedem nur nützlich und angenehm sein können. Wir werden auf diesewissenschaftlichen Erzeugnisse zurückkommen, wenn wir von den Büchernüber die Kunst handeln, welche in der letzten Zeit erschienen sind.
Försters Büchlein über die Gemälde im neuen Schlofse ist sehr empfeh-lenswerth; jeder Reisende, der München besucht, sollte es sich anschaffen.Aufser den Nachweisungen über diese Gemälde findet man darin sehr merk-würdige Nachrichten über die Deutsche Geschichte und Litteratur. DiesesBüchlein hat mir gute Dienste gethan.
Förster ist Doctor der Philosophie, und Schwiegersohn des berühmtenJean Paul, aus dessen Nachlafs er Einiges herausgegeben hat. Er ist derBruder eines Gelehrten, der sich durch viele litterarische Arbeiten vorteil-haft bekannt gemacht hat. Ernst Förster wurde eigentlich auch für dieWifsenschaft erzogen; Neigung bestimmte ihn, sich der Kunst zu widmen:gegenwärtig beschäftigt er sich mit wissenschaftlichen Arbeiten, ohne je-doch die Malerei, vornämlich die Zeichnung, ganz aufzugeben.