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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PETER VON CORNELIUS.

Vorliebe für die Ölmalerei und für StafFeleibilder zu haben. Das begreiftsich; man würde in der That Mühe haben, sich vorzustellen, wie dieses feu-rige Genie sich der sorgfältigen Ausführung kleiner Bilder hingeben sollte '*.Überhaupt hat er in dieser Beziehung, wie in so mancher anderen, Ähn-lichkeit mit Michelangelo. Die Genremalerei scheint ihm ebenso wenig an-zumuthen: aber die Gegenstände aus dem häuslichen Leben oder aus derZeitgeschichte misfallen ihm nicht, wenn sie kräftig und grofsartig aufge-fafst sind; so zum Beispiel haben die beiden Bilder Kaulbachs, die wirweiterhin näher kennen lernen werden, das Narrenhaus und der Verbrecheraus verlorener Ehre, seinen lebhaftesten Beifall erhalten.

Man kennt von ihm nur zwei Staffeleigemälde religiösen Inhalts, vonwelchen das eine in Thorwaldsens Besitz ist, und das andere sich im Mu-seum zu Frankfurt befindet.

Cornelius ist mit dem Kreuze des Civilverdienstordens der BairischenKrone geehrt. Der nicht erbliche Adel ist mit diesem Orden verbunden.Die Umstände, die solchen Beweis der königlichen Hochachtung beglei-teten, haben dieser Gunst noch höhern Werth ertheilt. Es war im Jahre1825, dem ersten Regierungsjahre des Königs, da wurde Cornelius am Tagevor Neujahr in die Glyptothek beschieden, und hier gab der König selberihm, in Gegenwart seiner Schüler, das Ordenszeichen, und sagte dabei, essei das erste, welches er seit seiner Thronbesteigung austheile, und erhabe es ihm an dem Orte seines Triumphs selber geben wollen; er erin-nerte zugleich freundlich scherzend daran, dafs die Krieger solchen Aus-zeichnungen den grösten Werth beilegen, wenn sie auf dem Schlachtfeldeselbst ertheilt werden.

Ein Brief, welchen Gerard an Cornelius richtete, verdient hier auch wohleine Stelle; er scheint mir ebenso gut geschrieben, wie edel gedacht.

* Er selber äufsert sich darüber so:Die Frescomalerei halte ich für die höchste, weilsie alle Elemente in sich vereinigt, am freisten, dichterischsten, umfafsendsten ist. Die Ölma-lerei aber läfst eine tiefere Ausbildung zu, und gröfseres Leben der Farbe."