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PETER VON CORNELIUS.
»Es war nicht leicht eine Gattung von Malerei, worin ich mich nichtgeübt, wenn es verlangt wurde. Es waren oft geringfügige Aufträge, de-nen ich eine Kunstweihe zu geben trachtete, theils aus angebornem Triebe,theils durch des Vaters Lehre, welcher immer sagte, dafs, wenn man sichbemühe alles, was man mache, aufs beste zu machen, man auch bei allemetwas lernen könne.«
Seine erste Jugend traf in die Zeit, da in Weimar mehrere Dichter bei-sammen lebten, welche ein neues Zeitalter der vaterländischen Litteraturanhüben. Goethe, den die allgemeine Stimme, wie sein Verdienst, an ihreSpitze stellte, und den von jeher auch die bildende Kunst beschäftigte,fafste den Gedanken, eine Preisaufgabe für dieselbe zu stellen. Einige derersten Versuche von Cornelius wurden so den Weimarischen Kunstfreun-den bekannt. Ich will hier nicht untersuchen, in welchem Maafse dieseden Keim der ungemeinen Eigenschaften, welche Cornelius Talent auszeich-nen, zu entdecken vermochten: gewiss ist, dafs Cornelius ganz unabhängigvon ihren wifsenschaftlichen Bemühungen und Belehrungen über die Kunst,einen so hohen Aufschwung genommen hat.
Die künstlerische Richtung und Neigung, welche Cornelius damals zeigte,und die er heute noch zeigt, sind von ganz eigener Beschaffenheit. Erbetrachtet die Gegenstände, welche er behandelt, aus einem sehr hohenStandorte. Das Studium der Natur und der technische Theil der Kunstbeschäftigen ihn weniger, als das Bemühen, seinen Gedanken auf einemächtige und unterscheidende Weise auszudrücken; auch scheint es häufig,dafs seine am meisten mit Kraft und Grofsheit ausgerüsteten Gestalten eini-germafsen des Lebens ermangeln; man möchte sogar sagen, dafs in seinenPersonen der Blutumlauf stockt. Ich erkenne immer in seinen Werken dieGrundzüge der Stärke und der Grofsheit: aber ich weifs nicht, ob man inallen die Wahrheit und das richtige Maafs ebenso wiederfindet. Wo sindaber die grofsen Genien, welche stets der Wahrheit und dem Geschmackegetreu zu bleiben und die Übertreibung zu vermeiden vermochten? . . .