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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

Obiges Urtheil bezieht sich auf die Darstellung, wie ich sie in demCarton gesehen habe: der hier vorliegende Holzschnitt giebt jedoch nichtAnlafs zu denselben Bemerkungen. Ist es nun die Zeichnung, oder ist esmein Eindruck, der eine Veränderung erfahren hat? . . .

Cornelius zeigt in diesen beiden Werken, mehr als in jedem andern, dasBestreben, zugleich episch und symbolisch zu sein. Er beschränkt sichbei den religiösen Gegenständen nicht darauf, blofs die Handlung vorzustel-len, er giebt ihnen auch ein geheimnisvolles Gepräge; er umringt die Haupt-handlung mit einer Welt von Anspielungen; er ist immer neu. Dieses Be-streben mufs, um gewürdigt zu werden, zuvor verstanden werden, unddas ist nicht immer leicht.

Es wäre nicht zu verwundern, wenn des Künstlers Hand, nachdem erzehn Jahre lang mit den Griechen vor Troja und an den Pforten der Höllezugebracht, sich weniger fügte, die sanften Gefühle, die göttliche Liebeund den Christlichen Glauben auszudrücken. Ich will gern glauben, dafsder Seele des Künstlers alle diese Gefühle keinesweges fremde sind; erhat es in der Divina Commedia bewährt: aber ist denn die Einbildungs-kraft und das Talent ebenso schmiegsam, wie die Rührungen des Herzens?Bei alledem haben diese Gegenstände, auf eine solche Weise wie hier dar-gestellt, einen eigenthümlichen Reiz. Wir haben mehrere Deutsche Malerreligiöse Gegenstände mit einem Erfolge behandeln gesehen, der eines Zeit-alters würdig wäre, wo die Religion fast der einzige Gegenstand der künst-lerischen Begeisterung und die Luft so zu sagen mit den Geheimnissen deskatholischen Glaubens geschwängert war; Overbeck vor allen, der miteinem kindlich reinen Herzen Begabte, hat Wunder hierin gethan: aber vieleandere sind an dieser Klippe gescheitert, und vornämlich diejenigen, beidenen dieses scheinbare Streben eine Berechnung der Eigenliebe oder desEigennutzes war. Der religiöse Eifer ist nur schön, wenn er wahr ist:ist er heuchlerisch, so schafft er nichts in der Kunst; er ist dann eineversiegte Quelle. Und sehr häufig in unseren Tagen bringt dieses Gefühl