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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PETER VON CORNELIUS.

In derselben Kirche stellen zwei andere Wandgemälde von kleinerem Um-fange die Anbetung der Könige und den Tod Christi dar. RiesengrofseGestalten aus der heiligen Schrift werden die anderen Wände des Gebäu-des einnehmen. Ich setze eine derselben hieher, mit welcher meine Leserschon Bekanntschaft gemacht haben, nämlich den Heiligen Lukas.

Diese Gestalt habe ich schon im ersten Bande als ein Musterbild desStyls in seiner ganzen Reinheit und Grofsheit aufgeführt.

Ich fahre fort, mir Rechenschaft von den Eindrücken zu geben, welcheCornelius Werke auf mich gemacht haben. Ich finde so, unbeschadet derEhrfurcht, welche ich vor Cornelius Talent hege, dafs es noch andereWerke von ihm giebt, die in manchen ihrer Theile minder vortheilhaft aufmich gewirkt haben. Es sind einige darunter, die mich an die Brutus undLeonidas erinnern, welche ich schon anderswo gesehen habe. Aber istder Grund hievon nicht etwa in dem Gegenstande zu suchen? Ähnlichkeitdes Inhalts und der Tracht können allerdings dergleichen Wirkung hervor-

bringen: man mufs indessen bekennen, dafs, unabhängig von der Ähnlich-keit des Gegenstandes, die Stellungen dieser Helden des Alterthums manch-mal sehr nahe an Übertreibung streifen, ohne jedoch jemals zu jenerSchwülstigkeit zu steigen, welche in vielen Erzeugnissen aus DavidsSchule und Zeitalter so peinlich anzuschauen ist. Man wird versucht, inmanchen Stellungen einen erzwungenen Styl wahrzunehmen, in dem Aus-druck eine zu stark hervorstechende Absicht, dem Anschauer Bewunderungoder Schrecken aufzuzwingen. Aber niemals hat dieser Künstler theatrali-sche Übertreibungen gemalt; er hat nicht, um den Heroismus zu verstehen,abgewartet, dafs Cäsar oder Marius ihm auf den Brettern erschienen, undebenso wenig hat er Bildsäulen zusammengestellt. Jedoch möchte ich zumBeispiel in dem Gemälde von der Zerstörung Troja's die Stellung Neoptolemsauf dem Vordergrunde zu angespannt finden; die Handlung dieses Helden,der im Begriff steht,- den jungen Astyanax über die Stadtmauer zu schleu-dern scheint mir nicht frei von Steifheit und theatralischer Übertreibung.

ii.