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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PETER VON CORNELIUS.

bestimmt, eine bedeutende Stelle in der Kunstgeschichte einzunehmen, undes wird sicherlich der Gegenstand eines solchen Urtheils, welches die aufeinander folgenden Geschlechter sich überliefern, und die erleuchtete öffent-liche Meinung mit Ergebenheit aufnimmt. Wie wird dieses Urtheil aus-fallen? Die Zukunft wird es uns lehren. Gleichwohl sei es mir ver-gönnt, ihm etwas vorzugreifen, einen Umrifs des Gemäldes zu geben, undbei den grofsen Schönheiten zu verweilen, welche die Betrachtung der ein-zelnen Theile dieser ungeheuren Darstellung mich darin entdecken liefs.

Ganz oben sitzt Christus; die Verhältnisse dieser Gestalt sind etwas grö-fser, als die der übrigen. Die Heilige Jungfrau und Johannes knien vorihm, seine Gnade anflehend. Zu beiden Seiten sieht man, in einer Reihedurch die ganze Breite des Gemäldes, die Apostel, Propheten, Moses, Da-vid und die übrigen vornehmsten Personen des alten und neuen Testaments.Engel mit den Zeichen des Leidens Christi schweben über dieser Haupt-gruppe, die auf Wolken ruhet. Andere Engel, welche die letzten Posaunenblasen, und in deren Mitte einer mit dem Buche des Gerichts sitzt, neh-men die Mitte des Gemäldes ein. Auf den Blättern desselben liest mandie Worte: »ewiges Leben« und »ewiger Tod.« Zur Rechten erheben sichdie Auserwählten, von Engeln geleitet, gen Himmel; zur Linken verwickelnsich die Verdammten und die Teufel zu einer Masse, die an ähnliche Dar-stellungen von Rubens, Signorelli und anderen älteren Malern erinnert,welche denselben Gegenstand behandelt haben. Lucifer sitzt auf seinemThron in einem Winkel des Gemäldes. Der untere Raum zeigt mannigfal-tige Beispiele, wie den Missethaten und Lastern die Bestrafung folgt, undwie die Tugenden von der göttlichen Gnade den ewigen Lohn hoffen undempfangen. Unter dieser ungeheuren Menge von Figuren sind zwei Engel,die vor allen den Blick auf sich ziehen, die ich jedoch eben nicht amschönsten finde: der eine steht, und schlägt mit dem Schwert auf einenehernen Schild; der andere, ganz unten, beschirmt eine Seele, die ein Teu-fel ihm entreifsen will.