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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PETER VON CORNELIUS.

es ist eine der schönsten Darstellungen, welche des Cornelius Einbildungs-kraft hervorgebracht hat; sie ist ebenso bezeichnend durch die Mängel,welche sie zeigt, wie durch ihre Schönheiten: das Pferd zum Beispielscheint mir, kraft des Styls, ein schlechtes Pferd; sein Reiter müste einenKopf gröfser sein, um seinen breiten Schultern und den anderen ihn um-gebenden Gestalten angemefsen zu sein. Auch verwundert man sich, wiedieser Reiter dem Mann auf dem Balkon die Hand reichen kann; solchesscheint schwierig, wenn man betrachtet, dafs vier Männer zu Pferde jenebeiden von einander trennen; überdies zeigen die verschiedenen Gründeund Linien, dafs solches nicht möglich ist. Dies sind mehr Sonderbarkei-ten, als Versehen; aber ich mache sie bemerklich, weil, ich wiederhole es,diese Mängel charakteristisch sind. Man könnte fast versucht sein, darinSpuren jenes Künstlerstolzes zu erkennen, welcher alles wagt. Die Mäfsi-gung, der Geschmack, die Besonnenheit, das Ebenmaafs sind keineswegesunverträglich mit dem Genie, aber sie sind nicht die treusten Gefährtendesselben; Zeugnis davon geben Shakspeare, Michelangelo, Napoleon.

Cornelius machte diese Bilder in Italien, und in Rom war es auch, woe r die Zeichnungen aus dem Dante entwarf. Der Marcliese Massimi hattesie bei ihm bestellt, damit sie nachmals in seiner Villa in Fresco ausge-führt würden, welche Villa den Deutschen Malern so werth und Allen be-kannt ist. Cornelius konnte diese Arbeit nicht übernehmen, aber Umrifsenach seinen Zeichnungen in Steindruck von Eberle, welche das Büchleindes Professors Döllinger begleiten, haben ihr Verdienst allgemein bekanntgemacht. In diesen Zeichnungen scheint mir Cornelius einen grofsen Siegüber seine angeborenen Neigungen davongetragen zu haben, und ich be-wundere ihn darum nicht weniger. Dieses Urtheil könnte übrigens bei mirwohl auf einer irrigen Meinung beruhen, und ich glaube vielleicht mit Un-recht, dafs die angeborenen Neigungen des Cornelius und die Richtung sei-nes Geistes wenig Beziehung zu solchen und auf solche Weise behandel-ten Gegenständen haben. Uberdem ist dieses Werk nicht minder schön

ii.