167
PETER VON CORNELIUS.
Nach dem Faust erschienen die Darstellungen aus den Nibelungen, welcheCornelius in Rom gezeichnet hat, und die zum Theil von Amsler und Barth,zum Theil von Anderen in Kupfer gestochen sind. Ich liebe sie weniger,als jene früheren Bilder: jedoch bezeichnet das Titelblatt eine sehr grofseMacht des Genius, und wird mit Recht als eins der trefflichsten Werkebetrachtet. Es enthält sinnbildliche Gestalten, und, in Zieraten eingefafst,die bedeutsamsten Auftritte des ganzen Gedichts, zum Theil dieselben,welche die einzelnen Blätter enthalten, und diese werden hier besondersdurch den grofsen Schlufs ergänzt und vollendet. Dieses erste Blatt unddie Zeichnungen zum Faust haben einer grofsen Menge Darstellungen die-ser Art zum Vorbilde gedient, von welchen gehörigen Orts die Rede seinwird: es giebt unter den Deutschen Künstlern, die sich in demselben Facheversucht haben, sehr wenige, bei welchen ich nicht Spuren dieses Einflus-ses bemerkte.
Die Schule dieses grofsen Meisters erstreckt sich weit über Münchenhinaus, und ich habe in vielen anderen Städten eine grofse Anzahl vonKünstlern gefunden, welche, ohne es zu gestehen, oder ohne darum zuwifsen, auf seiner Bahn fortgehen, oder sich ihm nachschleppen. Es Aväreauch in der That sehr zu verwundern, wenn ein Genie, wie Cornelius,nicht Anderen zum Vorbild und zum Führer diente.
Aus dem grofsen Titelblatte zu den Nibelungen entnehmen wir hier dieDarstellung des Abschiedes Siegfrieds von Chriemhilden.