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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN. — EINLEITUNG.

Besuch, der immer von der Ehre dieses Hauses gehört hatte, und deshalb über eine Meilevon der Strafse dort ankehrte, aber blofs mit einem Trünke Wafser von des Mönchs Tischescheiden muste. Er schilt nur auf sich selbst, dafs er sich mehr auf Andere, als auf sichselbst verlafse.

Gastlicher haben Walthern andere geistliche und weltliche Fürsten dieser Gegenden aufge-nommen, namentlich: der Patriarch Bertold von Aquileja, Oheim der Heiligen Elisabeth, derletzte seines Stammes von Meran (starb 1251); der Herzog von Kärnthen, Bernhard (starb1256), und des Herzogs Leopold von Österreich Oheim, Heinrich von Mödling (starb 1223).Neben diesen mehr äufseren geschichtlichen Zügen, welche in den Wandgemälden zumeistbenutzt sind, stellt sich Walthcrs Bild aus seinen Gedichten noch vollständiger also dar:

Edel geboren, dabei arm und zum Dienste genöthigt, hat er früh aus tiefem Berufe dieDichtkunst zur eigentlichen Herrin erwählt, wie das gesammte Vaterland zur Heimat, undso zieht er an den gesangliebenden Deutschen Höfen, wie im Auslande, ritterlich umher,immer sich zu den Besten haltend, und überall willkommen, obwohl er manchmal auch überUngemach mid ungastliche Aufnahme klagt. Unbedenklich nimmt er für seinen Dienst Un-terhalt und Geschenke: Rosse, Rüstung und Kleider empfingen auch die ritterlichen Dienst-und Lehnsmannen und auf ritterlichen Erwerb von Turnier zu Turnier fahrende Ritter, sowiedie ebenso fahrenden Singer und Sager: diese aber nahmen alles Gebotene, namentlich auchgetragene Kleider; und solche rühmt sich Walther, der unbedenklich vom Herzog von Kärn-then das versprochene Kleid fordert, nie genommen zu haben. Er sang seine Lieder zurGeige und spielte damit zum Tanze vor: wie der edle Freiherr und ritterliche Spielmann undFiedler Volker auf Chriemhildens Hochzeit und bei dem Markgrafen Rüdiger; ja wie die Öster-reichischen Herzöge Leopold und Friedrich selber den Reigen sangen und vortanzten.

Walther aber dichtete nicht allein für und von seinen Gönnern und Fürsten, sondern sangauch („wie der Vogel singt") sein eigenes Leben, zunächst seine Minne bis ins hohe Alter.Auch er hat sich früh eine schöne und hohe Herrin erkoren, ihr lange gedient und sie be-sungen, hätte ihr gern Sonne, Mond und Sterne zu eigen gegeben: sie aber ist ungnädig, ob-schon Gnade bei Hoheit und Schönheit sein soll, und vergifst des Dankes. Er wird bei ihrsitzend zum Kinde, und verstummt, wenn er reden will, vor ihrem Blicke. Dir Lächeln be-glückt ihn auch beim Versagen. Er rühmt ihr schönes Kleid, worin Sinn und Seligkeit ge-wirkt sind, nämlich ihren reinen Leib, — und das er gern nähme, obschon er sonst nie ge-tragene Kleider nahm. Er will sie bewegen mit ihm den Leib zu tauschen: sie aber willNiemand den Leib nehmen, und als er gern sterben will, verschmäht sie jedoch einen über-drüfsigen Leib. Er schildert ihr wundervolles Bild, welches im vollkommensten Ebenmafseder Schönheit und Reinheit der höchste Bildner gegofsen: das Haupt gleich dem Himmel,darin zwei Sterne, welche den sich darin Erblickenden verjüngen und seine Sehnsucht heilen;ihre Rosen- und Lilienwangen schaut er lieber, als den Himmel und Himmelswagen; sie hatein rothes Küssen, durch dessen Balsamduft er von aller Noth gesundete, wenn sie es ihman die Wange legte; er wolle es wiedergeben, als oft sie's verlange; ihre vollkommen ge-stalteten Hände, Busen, Füfse, alles reizt und entzückt ihn, wie damals, als er sie nackt auseinem reinen Bade treten sah. Er beschuldigt sie keines andern Zaubers, als Schönheit undHoheit, und preiset sie, wenn sie seine Kunst für Schönheit nehme: „wer guten WeibesMinne hat, der schämt sich aller Missethat." Durch sie wüste er erst, was er sprach, undward zu hohen Sprüchen begeistert. Die Boten seiner Augen bringen sein Herz zu Freuden-