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AUSFLUG NACH PARIS IM FRÜHLING 1836.
Frankreich bereichert sich noch immer mit Memoiren. Memoiren sindGeschichte, aber verdünnte Geschichte; manchmal sind sie sogar nur Ge-schwätz.
Die Tragödie ist von dem Melodram entthront; das Erhabene hat demGräfslichen Platz gemacht.
Wer jetzt noch über die Religion schreibt, mufs sich an dem politischenFanatismus erhitzen, und solcher Schriftsteller findet nur Gnade und Gunstvor dem Publicum, wenn er zur Fahne der Freiheit geschworen hat.
Das sind die Anzeichen, welche ich in der Französischen Litteratur zuerkennen glaube: aber alle diese Anzeichen, ja selbst die Verwirrung derGrundsätze, hindern nicht den Fortgang der Wifsenscliaften, des Scharf-sinns, der gründlichen Berechnung, der Üppigkeit, des erfindsamen Gewerb-fleifses; auch schreitet das Zeitalter vorwärts— aber nicht zu dem Erha-benen und Idealen.
Die Künste halten in Frankreich, wie ich schon gesagt habe, gleichenSchritt mit der Litteratur und mit den geselligen Zuständen.
Wir wollen nun sehen, ob wir diesen Zusammenhang auch bei nähererBetrachtung der Malerei entdecken.
Die Französischen Maler sind mit grofser Feinheit der Beobachtung be-gabt; viele von ihnen haben feste, richtige und leichte Zeichnung. Manchedarunter denken vielleicht zu sehr an die Wirkung: aber man mufs geste-hen, dafs sie dieselbe auch hervorzubringen wifsen. Man sieht, sie gehö-ren einem Volke an, welches mit raschem und durchdringendem Verständ-nifse, mit grofser Geschicklichkeit zur Arbeit ausgerüstet, und der stärk-sten Anstrengungen fähig ist: aber das Ideal, das Erhabene sind unabhän-gig von diesen Naturgaben; und das Ideal und das Erhabene finde ich sel-ten in den Hervorbringungen der neueren Französischen Malerei. Ist diesein Mangel? Ich weifs es nicht; denn ich sehe, dafs die Franzosen inmehr als einer Richtung Erfolge haben, welche sie sonst nicht erreichenwürden. Gemälde, wie Johanna Gray und Lord Stafford von Herrn Dela-