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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DÜSSELDORF, GESCHICHTSMALER.

Bendemann gefällt sich in den Gegenständen des alten Testaments; unddas hat vielleicht am meisten die Rede veranlafst, dafs er dem Michelan-gelo gleichen wolle. Die hohe prophetische Poesie der Bibel regt ihnmächtig auf; die ernsten und selbst tragischen Verhältnisse scheinen ammeisten seiner Natur und seinem Talente zuzusagen: indessen, wie seinebeiden Mädchen am Brunnen und eine Menge schöner Zeichnungen bewei-sen, hat er damit nicht sein Theil erwählt, noch eine ausschliefsende Wahlgetroffen; seine Werke zeigen vielmehr, dafs er auch in lieblichen Gegen-ständen, welche sanfte und zarte Empfindungen ausdrücken, eben so gro-fsen Erfolg haben wird.

Man hat von ihm in der letzten Berliner Ausstellung, im Jahr 1834, dasBildnis der Madame Fränkel gesehen. Es ist von grofser Ähnlichkeit, aberin Betreff der Farbe minder genugthuend.

Der- kleine Entwurf, ein Schäfer und eine Schäferin auf einem Felsstückesitzend, umgeben von Schaafen, ist eine liebliche Idylle: das kleine Lammmit dem runden Köpfchen, und so jugendlichem, wahrhaft lämmlichem Aus-drucke, mitten auf dem Bilde im Vorgrunde, zieht den Blick an, der gerndarauf verweilt. Um dieses Lämmchen allein schon würde ich das Ge-mälde köstlich finden.

Bendemann ist der Sohn eines Berlinischen Banquiers, der sich einesgrofsen Wohlstandes erfreut. Seine Erziehung war sorgfältig. Er machtdas Glück und den Ruhm seiner Altern. Seine glückliche Gesichtsbildungnimmt sogleich für ihn ein; seine Augen verrathen den durchdringendenVerstand, welchen seine Bescheidenheit zu verbergen scheinen möchte: die-ser Blick ist gleichwohl sehr sanft; denn die Sanftmuth und die Güte ver-tragen sich sehr wohl mit dem Geiste.