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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DUSSELDORF, DIE AKADEMIE,

Rom angefangen,

SCHADOW.

wo alle darauf Abgebildete im Jahr 1830 beisammenwaren.

Schadows Werke sind meist schon im ersten Kapitel aufgeführt: ichwerde hier nur diejenigen herausheben, welche mir am besten sein eigen-thümliches Talent zu bezeichnen scheinen.

Unter seinen Bildern ist, nach meinem Gefühle, das glücklichste, das-jenige, welches das Gleichnis von den fünf klugen und fünf thörichtenJungfrauen darstellt. Es ist nur eine Zeichnung, und diese ist sogarnicht einmal vollendet: aber ich finde, dafs unter allen Werken Scha-dows dieses, im grofsen Maafsstabe ausgeführt, ihm den grösten Ruhmsichern würde. Die Anordnung darin ist vollkommen. Keine Gestaltstört den Einklang des Ganzen. Die Lieblichkeit darin ist nicht süfs-lich; die Klugheit ist nicht langweilig, und selbst die Thorheit hältsich in den Schranken des guten Geschmacks. Schadow will diese Zeich-nung, von welcher ich hier einen Kupferstich liefere, in einem Gemäldeausführen.

Seine Caritas vereinigt in einem sehr hohen Grade alle Verdienste, wel-che das Werk eines grofsen Meisters bedingen. Als dieses Gemälde beider Verloosung einem Manne zugefallen, der eben nicht mit hohem Ge-fühle für die Kunst begabt war, hat Schadow es lieber zurückgekauft,und man kann es gegenwärtig bei ihm sehen. Die Gestalt der Caritas isteine Eingebung des edelsten und liebenswürdigsten Gemüths. Die Stellunghat Einfalt und Adel; in der Gesichtsbildung malt sich die reinste Liebe,und jenes süfse Gefühl der Ruhe und der Glückseligkeit, welches dasWohlthun begleitet. Die Kinder haben in ihren Bewegungen viel Anmuth;das Fleisch ist mit einem Talent gemalt, welches sehr wenig Künstler un-serer Zeit erreichen möchten.

Es ist mir vorgekommen, als wenn Schadow und das Publikum nichtgleiche Wichtigkeit auf dies Gemälde legten: aber in dem Urtheile, wel-ches ich hier abgebe, folge ich meinen eigenen Eindrücken; ich habe mich