Druckschrift 
[1] (1857)
Seite
90
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Mein ganz Land ist ein Lazareth und Ich der Verweser!

Mein ganz Land ein Armenspital und Ich der Verweser!

Nie mehr auswärts laß' ich mich sehn, ich verberg' mich BesuchernDaß mich Gedehmüthigsten, erst Frechen, sie nicht nun bedauern.

Schwer ist Gnade zu nehmen von kleinen erbärmlichen Schluckern

Schwer ist gehn! und schwer ist bleiben! Was soll ich nun thun? sprich!"

Und kaum hatte der Fuchs unbedenklich gerathen:Du gehst gleich!

Fort!Spottschlechte Geschichten die macht man sogleich und geschwind ab." .Als ihn der Bär anlachte, daß er es getroffen, und sagte:

Wisse denn: Ich bin gewesen! es war ein Zug zum Erbarmen;

Alles zum Schein; drum des Malens werth, so wie Alles was Schein ist,

Denn sonst wär' es ja Nichts! So, singen's und leuten's die Leute.

Ist denn um Frieden zu bitten so schwer Ich stellte mir's schlimmerVor! Doch nun ist's gethan, ist's wenig. Nun kann ich es zehnmal!Schreckliche Schande", da heißt es, und ist doch nichts als besagen:

Ich bin heruntergekommen von Macht, Gold, Rath und von Zutrau'n".

Wäre das Schande, dann säßen die Tausende all' in der tiefstenSchmach! Doch sie sind ganz ehrlich nur: Arme Verarmte wie wir nun.Thoren dagegen doch wären die Vögel und Herr Schneekönig,

Wollten und sollten sie kommen und Uns nun bitten:Er, Herr Bär,Nehm Er Uns nicht übel, daß Wir aus Versehen da überIhn es gewonnen: es ist nur im Schlaf uns glücklich gekommen!

Ganz fußfällig nun bitten Wir dich: Nimm Alles dir wieder,

Papchen du gutes; denn herzlich bereun wir die Aengste, die wir dirUnserem Papchen gemacht. Das sollst uns bleiben, du gutes!"

Als sie das herzlich belacht, sprach weiter der Bär zu dem Fuchse:

Und wie die Kinder da aßen mit Hast! Sie verschluckten sich hustend,

Daß ihr Aeltestes nahzu erstickte, ja nach uns erstickt ist.

Ltolz bringt Krieg. Krieg Aerger; und Aerger den Tod; Tod: Kleinmuth.

Ein Unglaubliches wird in der Zukunft Weisen erscheinen,

Daß Schneekönigs Kinder, die Schneeprinzeßchen so lieben

Und Schneeprinzchen, zu essen und trinken sich trotzig geweigert

Auf leichtsinniges Wort nur das bleibt ein ewiger Nachruhm!

Leckerer Kost sich enthalten, das ist ja die äußerste Tugend

Allem was Zung' und Magen und Schlung und Därme genug hat.

Aber nun höre die Friedensbedingungen, die ich erschmeichelt:

(Drinnen ist deiner mit Namen gedacht, doch meiner verschwiegen)

Wenn ich die Bienen als Vögel mir frei Hab, mein ich nur Honig,

Wie mein Herzfreund, Wolf, mit dem Reh nurumwickelt" bedacht ist;

Denn noch ward kein Frieden gemacht, als den Machern zum Vor-Theil!

Kund sei männig zu wissen: der rasend gewordene FriedenWurde beendet. Der alte gewöhnliche Krieg ist erneuert:

Tägliches Leben" genannt. Doch die Friedenbedingungen sind Euch:

Erster Artikel: das Siegsdenkmal heimschaffen! das eitle!

Zweiter Artikel: die Todten erstehn von den Todten. Es war erstAlbern zu sterben; das kommt somit blos in die vorige Ordnung;

Und der Gefallenen himmelanschreiende Klag' ist zu Wasser!

Dritter: Der Bär und Geschlecht soll sämmtliche Kosten des KriegesTragen bei Heller und Pfennig, auf daß er bescheiden und mürb bleibt,Keinem sich auflegt, oder an Rachkrieg frech nur im Traum denkt.

Vierter und letzter: den Katzen und sämmtlichen Thieren mit HaarenIst durchgängig erlaubt, sich beliebige Thiere mit FedernFrei zur Speise zu jagen, ohn' Unterschied der Personen;