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Des Europäische» Herolds vicrdte Haupt-Handlung
lehn empfangen zu werden/ soste fast daherzu zweiffeln seyn/ diewei! der Hertzog zu Mo-dena bey dem zu Frankfurt am Mayn A. i6s8der Kayserlichen wähl halber versammletenChurfürstl. eoZK-Aiv, durch seinen Abgesand-ten/den Baron de Stom/ nur darüber klagegcführet/daß lhme/des vielen pestrens unge-achtet/über das Fürstenthum Correggio die in-vsttitur nicht conceetiret werden wollen/ aus Ur-sachen/ weil er zu seiner 6e5enilon wider denStaat zu Moyland und Mantua die waffengeführet. Däfern nun die übrige sammtli-che Modenische lande vom heil. RömischenReiche noch würcklich zu lehn giengen/ wür-de zweiffelsfrey auch in diesem memoria! desGesandten davon erwehnung geschehen/ unddaß die mveMmr derselben Kayserl. Majest.in der damahls vorhabenden eZyitulÄtion mitrscommenäiret werden sollen/ angesuchet wor-den seyn/ welches aber nicht geschehen / undgleichwohl auch nicht zu vermuthen / daß einFürst wegen eines Fürstenthums vor einenReichsfeind gehalten/wegen des andern abervon eben diesem lehn-herrn vor einen freundund getreuen Vasallen auffgenommen wer-den können. Wiewohldoch aus demjenigen/was wir bald hernach von dem letztverstorbe-nen Hertzoge/ und wie sich der KayserlicheHof gegen denselben bezeiget / erzehlen wollen/scheinen will/ obprXtenclireSe. Kayserl. Maj.das ciominlum äireökum über das gantze Her-tzogthum Modena.
In der A. 1658 vor die Rayserl. Majest.Herrn L-eopolden ausgegangenen äiscustione«zuerelzrum» welches eine antwort und refu-r-ition -schrifft ist derer von denen FrantzöischenGesimdten dem Churfürstl. coileZio undReichs - cleput2tion übergebenen beschwerden/wird das clominium ciireäkum und w^remumder Kayserl. Majestät über das HertzogthumModena insgemein vinckciret/ und der Her-tzog deßhalber / daß er den Gouverneur zuMeyland mit kriegs-macht überzogen/einer un-treu und undanckbarkeit beschuldiget; dahe-ro der Käyser gemüßiget worden / den Her-tzog durch seine militz zum gehorsam und schul-digtest zu zwingen.
In dem zwischen den beedenCronenFranck-reich und Spanien A. 1659 auffgerichteten Py-renaischen frieden ist 2^.97 versehen/ daß dieCron Spanien nicht nur die festung LoreZioevscmren/ sondern auch forthin keine garnisondahin legen / und zur Versicherung des Her-tzogs bey Kayserl. Majest. alle officia sürwen-den wolle/damit die beleihung more msjorusimit diesem Fürstenthum erfolgen möge. Sohaben auch höchsterwehnte beyde Cronen beydem Pabste es dahin zu richten sich vereinba-ret/damit die zwischen dem Apostolischen stuhl/und hochbemeldtem Hertzog zu Modena/ we-gen der Valium (ÜZrnomcgrum eigenthum undxostelstnn obgeschwebte contiovertien entschie-den oder beygeleget werden mögen. Wobey alsein sonderlich motiv mit angeführet wordendes Fürstlichen Hauses dem stuhl zu Rom er-wiesene gute dienste / und daß der Hertzog ineiner fache von solcher Wichtigkeit/ seinen ge-gentheil selbst zum lichter zu leiden/ sich nichtverweigert.
Was wegen des tractements/ welches an Wilson-denen Europaischen großen Höfen denenHer-stena'seintzogen zu Mantua und Parma/oder deren Ab- H?gesandten wiedersahren/gehöriges ortSberüh-^-ret worden/solches kan auch von diesemtzoge von Modena gesaget werden / indemman dessen Gesandten alle die ebre und dasccremoniel / welches der souverainen Fürstenin Italien Gesandten gegeben wird/ äekemet.Wie denn das einstige epempel/ welches amKönig!. Hofe zu Pariß mit dem Hertzoge zurzeit des Cardinals Mazarini sich begeben/zurbescheinigungzulänglich seyn kan. Von demexercitiv der souveraimte gegen den Pabstzeu-get der accord / welchen der vorige Hertzogmit dem Pabst Urbano Vüi wegen durchmar-ches der Päbstlichen trouppen zu seiner aliecu-r^ztion gemacht/ und überaus klüglich und vor-sichtig solchen march regustret hat. Wie beymVittOl'ic>8iri IMor. tvm. 2. l. ^ mit mehrern zuersehen.
Sonsten ließ auch der letztverstorbene Her« Streittzog A. 1690 eine batterie an dem uftr des Po-f^^fiuss'S bey Bersello/ und also an den Meylan-übet dendischen gräntzen auffwerffen / und hielte eine^uß.galere auff diesem ström/sticht anders/als ober die herrschafft auffdemselbigen behaupten/und verhindern wolte/ daß kein fahrzeug oh-ne sein erlaubniß vorbey paßiren solte. All-oieweil aber dieses allenzwischenden Jtaliä-nischen Fürsten auffgerichteten tractaten undrecessen zuwider war / in welchen beliebetwor-den/ daß keiner unter ihnen die schiffahrten desPo-flusses/ unter was vorwand es auch im-mer geschehen möchte/ zu hemmen sich unter>fangen solte/ so ließ der Meyländische Gouver-neur/ Hertzog von Fuensalida/ höchstgedach-tem Hertzoge andeuten/von solchem beginnenabzustehen. Indem sich nun derselbe an dieseerinnerung nicht kehrete/ marchirte der Gou-verneurvon Meyland nicht allem gegen CasalMaggiore mit einigen Spanischen trouppen/sondern Se. Kayserl. Majest. erkenneten ihnauch / weil er durch die Frantzöische macht in-timicliret/dem Kayserl. befehlwiderstrebet/sei-nes Hertzogthums verlustig zu seyn / und die-ser befehl hatte darinnncn bestanden / daß derHertzog/als ein Kayserl. Vasalle/ die hülffs-völcker/ so er dem Kayser wider Franckreichzu schicken schuldig war/ ohne fernem Verzugliefern solte. Hierauff wurden ihm zu ab-wendung der execution solches Kayserl. aus-spruchs folgende bedingungen vorgeschlagen:(i) Spanische garnison in die städte Bersel-lo und Reggio einzunehmen/ zur Versicherung/daß er ins künfftige nichts mehr wider dasKayserl. intereffe vornehmen wolte z 2) also-fort die galere auff dem Po zu äilnrmiren/ undselbige abzuschaffen ;z)die an gedachtem fiußeauffgeworffene batterie ctemostren zu lassen;4) der jurisaiÄion, so er auff solchem flusse zuhaben prTtenäiret/ zu renuncirenz und s)iQOOOO pistoletten alsofort baar/ eine gleich-mäßige summa aber in einem jähr zu bezahlen.
Nichts desto weniger erklärete sich der Her-tzog öffentlich vor die Cron Franckreich/nach-dem er sich zuvor eine zeitlang bey der Neutra-lität erhalten hatte.
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