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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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610
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

wohl darff sich dieser große und förmigenachbar auch so leichtlich nicht an Lucca ma-chen/ denn es würden die andern Staaten inItalien/ zumahl Venedig und Genua/ darü-ber scheel sehen/ und ihm diesen Anwuchs nichtgönnen/ ja Franckreich würde sich auch unbe-rufen mit protection derselben annehmen.Undlanfft gleichwohl auch keiner so bald mei-nen solchen ort/ der so starck 5orti6ciret ist.In diesem gebiete hulBayserCarl lV eine se-stung auff einem berge erbauet/ und selbe nachseinem nahmen t^loms c^rlo genennet/ welchedenen Florentinern eine drille auf der naseseyn solle. Nachmahls wurde sie den Luc-censern eingeräumet/ ihnen aber endlich vondiesen ihren nachbarn abgenommen. Umnun solche Prätention nicht gantzlich in Verges-senheit zu stellen / so muß der neu-erwehlreLonfaloniere in der Raths-stube allemahl beyantretung seines amres schworen / baß er diefestung klonte earlo wiederum an die Repu-blique bringen wolle. Damit es aber nichtdas ansehn gewinnen möge/ ob habe er sichmit diesem eyde zu unmöglichen dingen verbind-lich gemacht/so pfleget er im herausgehen un-ter wahrender procetlion auffder treppen zu sa-gen : potenäo: Menn ich werde können.

Mit der Republique Genua/ und dem Printz6- ^2Üa,stchen sie in guter Verständnis. Nicht

aber so mit dem Hertzog von Modena / wegendes (-rMßnznischen iandleins.

Der vornehmste unter der Geistlichkeit ist derBischofs zu Lucca/ welcher zwar eheinahls^-unter des Pisanischen Ertz - Bischoffs jurisck-<^ion gezogen worden/anietzo aber darvon be-freyet unddemPabste unmittelbar umerworf-fen ist/bedienet sich auch aller Ertz - Bischöfli-chen zierrathen/und last das creutz vor sich hertragen/die Lsnonicl aber gehen in weissen mu-tzen/ gleich denen Cardinalen. Dieser Vorzugsoll daher rühren/weil Lucca unter allen stadtenin Hemmen den christlichen glauben durch dendienst des heil. ?2uüm zu erst angenommen ha-ben soll/mit welcher ehre die Republique auchsolchergestaltzu prangen weiß/daß sie allemal/wenn ein neuer Pabst erwehlet worden / ihreAbgeordneten an vcnselben abschicket/ und sichdas recht der erftgeburc durch seinen ausspruchbekräftigen lässet. Wiewol nun die Römisch-Catholische religion hier allein im schwänge ge-het/ haben sich doch zur zeit der reformatio» vielAdeliche geschlechter/ als die Lalenänm, Kurls.macLlri^urretiuii^icclueli, U .a .M. VON hier weg-und nach Geneve gewendet/um die Reformir-te religion daselbst ungehindert zu bekennen.Übrigens sind hleselbst zwey so genannte /^ca-äsmien oder gelehrte gesellschaften/nemlichObcuri und i kreäcli.

Alterthumder stadtAenff-

Wer Witten Waupt- Wandlung

MWer Waupt-Mheil:

Von

emMrey- Maake zu Neuss.

Je stavt Genfs ist so alt/daß man ihren erbauernicht weiß. luliuz Lselsrmeldet in feinem ersten buchvom Gallier-kriege/ daßdabey eine brücke sey überdm gegangen/und er solche abge-

worfen. Hergegen von dem see an / biß anden berg Jura/ einen graben und maur 16schuhe hoch / und 19900 schritte lang innerhalb15 tagen geführet habe/ die Helvetier/ welchel..Oullium den Rötuischen Bürgermeister mitseiner arme'e erschlagen / von dem einfall inFranckreichabzuhalten.. Beyregierung Kay-sers l-ZelivZubsli istsie gantz in die asche geleget/vom Kayser ^urcliano aber wieder gebauet/und zur danckbarkeit und ehren ihres wohlthä-mlterKap^ ters /^urelia genennet worden. Unter derserl. Hohett Rayserlichen gewalt ist sie so lange gestan-«twnen. hjß die Langobarden dero Hoheit in Ita-lien fast gar vertilget/ und sich auch dieses passesgegen Italien bemächtiget. Als aber nachder Hand deren Reich durch die Francken zer-störet / und daraus das Römische Rapser-lhmn in Italien wieder ausgerichtet worden/

ist es mit Geneve auch zur Veränderung kom-men/und hat sie von solcher zeit an die Rajsscr-iiche Hoheit erkennen müssen. Wie siesich denn vor eine alte Rapserliche frepeReichs -stadt gehalten/und zur anzeige dessenauf den zwepköpfsigenadler/ welcher an deräussern mauer der S.Peters-kirchen von sehralter arbeit zu sehen / bezogen hat. Wiewohlein Bischoff Hieselbst die hohe gewalt verübet/welches aber nur commillions - und austrags-weise geschehen seyn sott/ indem das volck vonden Kayserlichen allda regierenden Vögten /diesich Grafen von Genfs geschrieben / und zusouverainen Herren der stadt zu machen gemei-net gewesen/viel gewalt und Unterdrückung lei-den müssen/ und sich durch kein anderes/ als die-ses mittel / dargegen msimemren können.Denn die Geistlichkeit hat doch/zumahl in vo-rigen secvü^mehr respect gehabt / und mittelstihres grossen anhangs/und unter tsveur der ho-hen Höfe mächtiger/als die weit entfernte undmit andern kriegs-händeln etwa occupirte Kay-ftre/das ihrige schützen können

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Bey Japser Carla IV hat der GrafvonSavo^ea das Reichs-Vicsnstüber die stadt

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