Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
578
Einzelbild herunterladen
 

57S

Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

net worden/da sie einen brunnen von blut/ derin alle gasten gelauffeN/ gesehen.

Wird durch Vor etwan vier hundert jähren haben sichinnerliche die zwo Haupt-tgÄione5 derer von 8pmo!a undschwächtt?^' ^orig^ und dann derer velclu und (ZrimsMi, alswelche die fürnehmste Adeliche geschlechter zuGenua gewesen / sehr mit einander herum ge-rissen/und ist innerhalb siebenhig jähren nichtsdenn Unruhe/ geitz / mord und blutvergiessen imschwänge gegangen. In diesen bürgerlichenUneinigkeiten hat M6n fremde Fürsien zumschütz und hülste angerusten/und A.iz27 zu ih-rem ersten Hertzog erwehlerDomimcum kulZo-tum.

fr-m. dieser zeit au ist der Staat auch durchschütz. dieGuelfische undGibellintsche ksNiones der-gestalt verunruhiget worden/daß er zu abwen-dung einer grösseren revolutionKRayser^ein-vichs Vl/ nachgehends Königs ^obertizuZTlapolt/ferner nach Veränderung der con-junöiurctt Rönig Carls Vljn Franckreichschütz sich Unterworffen/ und nach der Hand un-ter die Hoheit desVics^Lomtenzu Xlilgno ?Ki-ll^ikvisnX gekommen.

Geht sich in Dieses Mayländische regiment fiel der Ne-die fttyl)eit.^i)Uque fast beschwerlich/drum machte einbürget/ nahmens Sünon Vuccanegro/ eincomplvt, sitzte die stadt etwa A. 1444 in vo-rige fteyheit/ und ließ sich diegewalt und dasvormahlige pr?c6iL2t eines voge beylegen/richtete die Republique zu besserer form ein/stillete auch der Noblesse zu Genua anwitioodamit/ daß er verordnete/ es sollen forthin al-le Edelleute/ welche den prmcipar und hohechargen ihnen allein mir ausschliessungderpo-xub-ce und kleinen Adels sich zugeeignet hat-ten/ solcher chargen Müstlg gehen / und sichnach der neuen popul-ir-regierung achten.

Allein das Pflaster war gefährlicher als derschaden: Denn ob man wohl die Spinaler/Amiet/odeu vorig, Alfter oder kieiediunbGrimalder ausgetrieben hat/sind von ihnendoch unter der Hand listige intrigues und ta-Siones unter der neuen tegierung zwischen denFulgosiern und Äddrniern angestisttet/undneuer allarm und blutvergiessen erreget wor-den. Ob sich nun schon Genua A. 1455 CarlttVll Königin Franckreich c:gab/so warffesdoch nach drey jähren solches joch wiederumvom halse. Allein die innerliche unnche wur-de abermahlsogroß/daßman in den folgendendrey jähren sieben Hertzoge nach einander er-wehlete. Wörauff sich die Republique A.1464 dem Hertzog zu Mayland/ FranciscoLförtüij ergab; wiewohl dieKantzöischen 8cri^psgres vorwenden / es habeK. Ludwig XI vonFranckreich diesem Hertzog Genua und Sa-vona als ein lehn conssriret. Es wurdenaber die Genueset A. 1478 dieser herrschafftwiederum überdrüssig. Jedoch untetwarf-fen sie sich A. 1488 dem MayländischenHertzoge ^obgnni Qgleatio wieder. Wobei)es endlich dahin kommen/daß o^zvius puißoü-us sich als einen tetter der gemeinen fteyheitauffgeworffen/ die fremde garnison ausgetrie-ben/ die von denen Frantzosin erdauetecitgäsl-ta, !a Lriglig genannt/ erobert/ und dömoüreNlassen/ auch die Zwölffer - Herren verordnet/welche zu wiederbring-und erhaltung des ru-

Hatneuettanfioß undtUNlUlt.

hestandes allen fleiß anwenden solten.

Mus hat gleichwohl nichts desto weniger diesegute ordnung unterbrochen/ und dadurch A.1499 zu der von Franckreich erlidtenen revolu-non anlaß gegeben/darüber die stadt in KönigLudwigs xit Hände verfallen. Dieser hätte AowW,bey seinem einzuge/ den er Mit einem blossen FranW^schwerdt in der Hand gehalten / die stadt in einzweytes Saracenisches blttt-bad gestürtzet/wann nicht 4SOd kinder mit sacken angethan/in der grossen Piazza versammlet/den Königerbärmlich um gnade/ mit den Worten: Xüle-ricoräia 5 miscricordiai pieta, ^>ietä) angeschrien/und dessen grimm unterbrochen hätten. DasFrantzöischejoch war unerträglich/ dahero diestadt alles gewagt/ dasselbeMuwerffen/ wiees ihr denn auch unter Römg Francisco i Kewdamit geglücket hat. Hierzu hat Rayftr Carlv das hauptsachlichste beygetragett/ indem er^^'m.A. is22 durch seinen General Prosper ^olonngder stadt sich bemächtiget/ biß in das sechstejähr darinnen coMmandiren/und nicht nur dieFrantzosen von deren wieder-eroberung ab-halten/ sondern auch dem Staat die innerlicheruhe und Wohlstand / und welches das edelste/die vorige freyheit und Hoheit/ wieder an-gedeihen lassen. Worinnen der fürtrefflicheHeld ^liäreas vorig seinem vaterlanve ungemei- Andreasne dienste gethan. Jnmassen er als ein an-derer i^curxusA.is^/ nachdem der Frantzo-mmMs.fett abermahligen üNnöthigUngen nachdrücklichwiderstanden worden / das gemeine weftnwieder zn einem frcyen Staat versitzet/und dadurch einen ewigen ruhm/zusammt eineröffentlichen Natus und den titul eines Patersdes Vaterlandes/ erworben; die bißherigecolüliories zwischen dem Adel und volcke hattenviel schädliche Veränderungen und den nahenUntergang herbey gezogen/ daher Musten dittrettnungen zuförderst gestopffet werden. Wel-ches der neue voZs vorig auch darinn so klüg-als glücklich praAicirele/ indem er der ftäio.nen nahmen abschassete/ Adel und bürger beygewinnung der regimeuts- chargen glei-cher capacitat/ehre und würde des Adelsthetlhafft machte/die fürnehmstett fami-lieN an der zahl acht und zwanyig in eincorpo zusa,nmen fügte/ deren dann XXlilaus dem altenAdel/und v aus dem bürgerlichenstände waren/die übrigen iTiobili zum populär-stände re6ucirte/und dißsa!ls auch gleich mach-te/ mithin durch eine vorsichtige Vermischungalles in ordnung und gutes verständniß gegeneinander traosferirte/also daß sich alles/ solan-ge der löbliche Doge lebte/in gutem wshlwesettbefände.

Dieser voria lud sich durch seine tugend und Heue um,

,.7

- 7'.' ' - '

.<^5

,F ^ V

.''l ^ >

'.'q

-..."

-Mi-- - "

»

^^.7' »'

/ ' 2.".'

KÄ/5'^ -- ^

ß.AÄk!l7.s'.'.'77''DGi '-z'

^'1

iL.17^^

' '

....

ÄitzA,.,. . ' - .7 -

... - -

1--.- ' 7»

>v,

glücke den neid und Mißgunst einiger vorneh-A '^

in M

men geschlechter auf den hals. Absonderlich^^'

aber sähe ihn lokannes vudovicuS j Graf vonVk,v3ßrw,aus dem geschlechte piesobi ^ mit Neidi-schen äugen an/und machte ein heimliches ver-ständniß mit dem Frantzöischen Generali"-vu!tlo,um das gesihlechte derer vorig gäntzlichauszurotten. Dieser anschlag solte A. N47am neuen jahrs-Mge bewerckstelliget werden;jnmassen denn auch m dem tumulk einer ausder familie/ nemlich sinneem vori^ ermordet

wurde. Als aber der rebellische Graf

"i4. "lg!

-

>7 ^7?

.V