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voü dem freyen Staate zu Venedig.
52.t
fonsten allen Unwillen von sich abzulehnen/undhergegen/so viel möglich/ die Cron Spanienund Franckreich in -guilibrio zu erhalten / ge-meiniglich neuci -al zu verbleiben/und wußten siedie Spanier zu haßen/ohne daß sie die Frantzo-sen liebeten. Nun aber / da beyde Nationenunter dem jochedes hausts Bourbon vereinigetseynd/müssen die Vcnetianer gantz andere me-tureznehmen/und bemühen sie sich/die neutraletat/ alsderJtalianer allgemeines Molum, zwi-schen höchstgedachtem Hause Bourbon und demHause Oesterreich zu erhalten.
Mitportugallchat der Staat auch wenigzu thun/ solte aber Spanien sich mioiem erwei-sen/ so ist solche Cron zum contrepoi^z und ciiver-Kon zu gebrauchen; wiewohl es bey itzigen con-.junöwren schwer fallen solte / indem sich der Kö-nig in Portugal! auf die Neutralität sppüci*rek.
Gegen bie Aepublique der vereinigtenStaaten in; Niederlande sich sehr geneigtund fördersam zu erzeigen / veranlasset bey Ve-nedig das gemeine imeresse gegen Spanienund Franckreich. Wider welche Cronen dieHolländer nicht weniger Ursache zum miß-trauen haben/als die 8jßnoris6i Veneria, Und
ob wohl die entlegenheit beyderseits lande an ei-ner würcklichen ronjunölion beyder Staatenhinderlich sind/so kan doch zur see die commum-cstion nicht unsäglich geschehen.
Seither Rönig Jacob i in Engellanddiesem Staat in der ct-lterentz mit Pa bsk Pau-lo vt^sriliret/ hat derselbe gegen solche Cronjederzeit eine zuverläßige inckmation geführet/gestaltsam denn die alte alliantz ehemahls mitdem König Carln ll wieder erneuert worden.Daß aber die Cron Engelland dem Staat inletzt-verwichenem krieg keinen lecour« wider dieBürckengeschicket/rührete daher/weil man sichder revan^L von selten der Bürcken aufdie En-glischen schiffe im mittel-meere und die eKeÄender compagnie der kauffleute in der dsvanre, diesich über s Millionen capital belaussen / besorget/und also lieber das commercium stey behalten/als vor die Venerianische steundschafft etwasbsüaröliren wollen.
Mit Danemarck und SckyrvedenhatderStaat wenig zu thun/ es wäre denn daß zurkriegs-zeit alls solchen Norder-qvartieren ihmeine quantität soloaten zukämen/ als denn auchbey letzterem Bürcken-krieg der SchwedischeGrafvon Königsmarck/als Geueral/in dessendiettste sich begeben.
Nachdem die Republique polen viel glei-ches mit der zu Venedig hat; angesehen/ daßbeyde durch einen Senat, und einen Wahl-Printzen regieret/ und unter die gecröntenhaupter gerechnet werden/ beyde auch gleichesinteresse gegen das Reich und die Ottoman-nische Pforte haben / so unterhält diese mit je-ner gute freundschafft.
Mit Moscow hat man zwar an selten desStaats keine parciculier-sAMez; dieweil aberdieCzaaren bey dem Kayser in Persien grossencredit haben/ und vermittelst derselben machtder Groß-Bürck etwas in zügel gehalten wer-den kan/ so muß man die Czaaren zu solchemende csrettZren. Zugeschweigen/daß derPfor-te auch durch die Moscowitifthe macht grosseDritte Haupt - Handlung.
6ivertion zugefüget werden mag.bey dem letzter» Türcken-kriege desto mehr nutzbrachte / weil auch Moscow in der grossenalliantz wider den erbftind mit begriffenwar.
Mit itztgedachter Ottomanmschen Pfor-te hat der Staat seither A. 1340/ da NerrusXianuz, der erste Gencral-Capitain zur see / dieBüreten in dem Syrischen gewäsier tapffergeschlagen/ viele kriege geführet. Deren fol-gende drey demStaat sehr nachtheiiig gefallen.Denn in dem Negropoutifchcn/ welcher vonA. 1462 biß 1477 und also funsszehn gantzerjähre gewähret/ hat der erbftind die InsulEuboöm oder Negropome weggenommen.In dem andern/oderCpprmnjschei, hatMus-taffa Bassa/ desKaysers Selims General/A. 1571 die Insul und Königreich Lppern ero-bert. Und der dritte unglückselige krieg istder Candianische / welcher der allerhefftigste/grausamste und kostbarste unter allen denen/wel-che die Repuvlique iemals geführet. Er wä!>rete von A. 164s biß 166c>/da unterm comman-do des Genera! krsncet'co ^orolini die haupt-stadtCandia/nach sehr langwürigem vigoureu-sen widerstand sich der Türckischen macht erge-ben müssen» In dem leytverwichenen kriegaber / worein sich der Staat durch diefürtreffliche victorien in Hungarn/ so wohlauch die grosse gefahr/ welche/wenn die Tür-cken hätten miteroberung der gräntz - vestungund vormaur der Kaysirlichen residentzstadtWien rculUren sollen / ihnen vor äugen stunde/vermittels des mit der Römischen KayserlichmMajestät / und der Cron Polen geschlossenenBriple-Miantz engagiren lassen/hat derselbemehr glück gehabt/ und aufMorea verschiedenefürtreffliche seftungen gewonnen/ wovon obeneinige anzeige geschehen; wiewol nichts so sehezu beklagen/ als daß die Insul und festung Ne-gropome in der Türcken Händen bleiben müs-sen.
Sonst hält man in Italien den Venetia-nern vor übel/daß sie dem Sultan in ftiedens-zeiten gar zu viel ehre und respect erweisen/densee-räubern der Büreten zu weit nachsihen/undder Pforte gnade mit grojftn gejchencken voneiner zeit zur andern erkauffen. Dahernennet man sie inJtalien 8«mi'-imcbjoderhkckbe Türckcn. Und die Spanier nennenVenedigs ^msnceböcisäel'I'urcc), das ist/daskebsweib des Turcken/ weil sie alles leiden»Allein solches ist denselben eben so hoch nichtauffzumutzen/wenn man sich erinnert/was aufobgedachtenCandiamschen krieg aufgegangen/und wie wenig die übrige christliche porenheu znihrem 5i vei.ii- und rettung gethan. Der StaathältzuConstantinopel seinen LaUo, welche^'!,.,bzssacle in drey jähren mehr als iciOLZO reichs-thaler prosit giebt dem/ der sie führet. Uberdieses relicla'en auch noch zwey Laüi zu Alep-ps/welches das cenirum ist aller commereien/mZlsia/und su AlcMndria/ welche das Ma-gazin hat der reichsten waren nicht nur von Ae-gypten/ sondern auch gantz Africn. Diesesind bemühet die fteyheiten und pnvüeZien/welche die alte Raysere zu Constantinope!/Rönige zu Jerusalem und Sultane inAegypten dein Staate verliehen/ beyzube-Uuu halten.