Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
424
Einzelbild herunterladen
 

42-4

Des Europäischen Herolds MepteHaupt Handlung

Henrich -i dem dritten bruder Printz Iaro-mirn die regierung auff. Als es aber aus-brach / daß er ein unmann wäre/ woltedasvolck ihme keinen gehorsam leisten/ undjchwun-ge sich der vierte bruder Printz Ulrich auff denthron/und hieltesich unvergleichlich wohl.DieThüringer / Meißner und die Marckgrafen anderseezogen ihme zu diätste/ drum schlug erauch MarckgraffGeron in der Lausitz /und dieSachsen/und lehrte dieBöhmischeNation rechtH. Ulrich kriegen. Er hat eines bauren/ l)>moro6 ge-Ne?bau !ettNannt/ tochter/ nahmens Vozena/oder Bea-tvchm. trixaus dem dorffe Perucz wegen ihrerDon-heit und tugend geheyrathet. Als nun die Stan-de und Land - Herren darüber ungleich geur-theilet/ sagteer: Es wissen die Böhmen nicht/Werdens aber mit schaden erfahren/was es ist/wann ihr Fürst eine fremde Gemahlin hat;und die so heute eine bauer-magd ist/soll mor-gen eine Princeßin seyn/ weil der mann demweibe die eh:e macht.Er stmbA .iOz7 .Sein söhnH- Brjetis,Hr)etisl6v I war bey desHerrn Vaters lebzei-ten Herr in Mahren/ entführete aus dein Kö-ster Sweinfurt bey Regensburg eine Pfaltz-grafin bey Rhein/ Judith benahmt/ der klo-

ster-thurwarter zöge zwar eine kette vor/ daßer mit dem pferde/darauff er die Köster jung-

frau hatte/ nicht fortkommen solte/er hieb abermit gewaltiger starcke die eiserne kette entzwey/deswegen überzog ihn Kaystr Conrad u mitheeres-macht/ und wurde zum erstenmal)! ge-klopfft; als er aber stärcter wiederkäme und esschlecht vor die Böhmen aussahe/trat die Prin-zeßin Judith zwischen beede armeen/ wießihren schwangern leib / und bat ihrer fruchtund des landes zu schonen/ erwarb auch denfrieden. Ungarn und Polen waren die zeither den Böhmen schädliche nachbarn gewesen/drum suchte sie Hertzog Brzetislav beede mitdem schwerdte heim/ und eroberte in einemsommer Crakau/ Breslau/ Gnesen und Posen.Stisttete viele klöster und starb A. iOss. IhmeH Snchi' s^gte sein erstgebohrner söhn Hertzog Sptchi-näus.^. naus/ beygenahmt der gerechte/ wiewohl er zuerst ein wildfang war/ und seine frau mutterund viele Großen aus Böhmen trieb/ und sei-nen brüdern ihre nemlich N?ratis-!ur>/ Olmütz/Conrnden Brün/und OttenZnoym wegnähme; des heiligen Veits erschei-nung aber brachte ihn auff einmahl zu rechte/und machte einen loblichen und christlichen Re-genten aus ihm. Als er A. iO6i todes ver-führen / wurde vorgcdachter stin bruderWratislav W-^itislav itaus Hungarn zurückzum thronberuffen/und weil er sich wohl verhalten/ auchdie -^sr-z^sm, König Casimirs in Polen toch-

K Henrich ^r/ geheyrathet; hat ihn Kayser Henrich IV

WlatiüaumA. iO86zu auff damahligein Reichs-

niae"^ ^' lage zuin erffen Aöntg in Vöheim undLNurckgrasscn m Mäkren gemacht/ undih-me tnit aßsscntz Ertz-Bischoff Engelberts zuTrier und BischoffBenno zu Meisten dieCro-ne durch seinen bruder Bischofs Jaromirn zuPrag aussetzen lassen. Es sind zwar einigeAuwrei. der lneynung/ob habe Kayser Henrich 1Hertzog Wentzeln ^ zur Königl. würde erho-ben/inmaffen ihn denn derBöhmischebNttoricuzVa!b,nu8 stlbst einen König nennet: Dieweilman aber keinen zuverlaßigen bericht davon

ffnden kan/ bleibt es so lange bey obgedachtergc wissern benachrichtung/ biß durch alte vipio.ms ta ein anders erwiesen wird. Wiewohldennoch nicht zu leugnen/daß auch diese bewür-digung nur perlo^t gewesen / und mit demaufgehöret. Und haben die Böh-men gemeinet / es werde diese renuncisrivnzum Könige/ ihrer sreyheit und m^penäer.tzschädlich seyn. Schlesien soll er auch an sichbracht haben/ und mit der Lausitz beliehe ihn K.Henrich wegen seine: in der schlacht widerKönigRudolphen erwiesenen tapfferkeit/ indem er die-sem den spieß aus der Hand gerissen und über-winden helffen. Um die Geistlichkeit machte ersich durch reiche stifftung wohl verdient/ deßhal-ber sie ihme auch erlaubet / eine Bischoffs-mützezugragen. Er starb A. 109s/nachdem er kurtzvorher auf seinem krancken-bette seinen bruderzur regicrungs-folge recvmmenö-ret/und seinenleiblichen ältesten söhn Lrezmlaum Hindan ge-setzt.

Also lucceckrte Heryog Conrad/ welcher /H.wie auch einige feiner Nachfolger/ sich des Kö-nig!. (Iraners nicht angemasset/ und diesem/da er wegen allzu kurtzer und nur auf sieben Mo-nat und 17 tage sich erstreckenden regierung we-nig thaten gethan/folgteDretislaustt,Königserstgebohrner söhn/welcher die bishertributbaren Polaken wegen ihrer unternomme-nen rebellion mit feur und schwerdt heimsuch-te/und den Fürsten ^lsck»lsum zwang/ dentribut/jährlich 60 marckgoldes undivoo marksilbers/zu bezahlen. Er wurde durch meuchel-listaufderjagt erschlagen/ und hinterließ vonfeiner Gemahlin/der Pfaltzgrästn bey Rhein/l.ucrctien/zween söhne / deren keiner sofort zurluceezsion käme / fondern sein bruder Borzi-rvog Ii» der sich auf die Teutschen Fürsten ver-ließ. Die Stande aber und das volck/ undzu förderst seine vettern empöreten sich / undmachten dielandes-herrschafft nicht nur unru-hig/ sondern gar zweiffelhafft. Weil ihrer vieleder regierung am nechsten seyn wollen/gieng eswunderlich im lande daher: denn aus dem^i-bußischen stamm »Ke^irten in die 2O Fürstendas landes-regiment/und verfolgete eine fsüioadie andere. Printz Ulrich von Brün / Con-rads l sohn/ und Swaeopluk/ Fürjt zu Ol-mütz/ Ottens! söhn/griffen Zu erst zur fache A.iiO g und iiOs. Als aber Printz Mladislav/Hertzog Borziwogs bruder/ von diesem seinembruder absetzte / schätzten ihn die Böhmen wür-dig/ihn vor ihren Hertzog zu ehren.' Er 6cclj-mrte aber die last/ und brachte sie auf den Für-sten vonOlmütz/den aber K.Henrich v nicht lei-den/ sondern H.Borziwogen wieder eingesetztwissen wolte; doch machte das geld das krummegleich. Unterdesten sA-Kine Printz Sobies-lav/des Wladislai jüngerer bruder / das regi-ment/und führete deßhalber eine Polnische ar-mce ins land. Welches den Kayftr bewegte/^laciizkum anderweit zu porriren / der auch

endlich den Zepter allein behauptete. Als ergestorben / ist sein jüngerer bruder Sobieslav

^0-

l

i.-

DiiW

' »0»

..u >. -

.

^

zum Zepter kommen / und hat zum Nachfolgergehabt seines bruders söhn/Hertzog xvkcksls.

um ll. Lays ^

Diesem hat der Käufer Friedrich l ander-emu-weit bey der Meylandischen kriegS-exxeciiNoomgl.Mpk.

die