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DeöEuropäifchenHerolds zweyte Haupt-Handlung
keit und der blinde eyfer so hefftig tobtten/daßes schiene/man hätte mit den Gottes-Häusernkriege zu führen/und die rebellische mauren zubestraffen. Die kirchen - diener wurden aus.den pfarren ins elend versagt/anderen zwangund trotzte man die reversalien/nicht femer zupredigen/ab/und schenckte ihnen/ samt dem le-ben/die freyheit aus dem vaterlande zu flüch-ten. Die meisten wurden wie schlacht - opfferzusammen gekoppelt/und auf die galeerenaufnie erhörte und abscheuliche art verdammet/ umdaselbst ihr hartes und kummer-volles leben intrauren/gcstancke/ Hunger/ dürfftigkeit und ar-beit zu verzehren. Nicht weniger fuhr manmit gewaltsamen Verfolgungen und demvermaledeyeten gewissens-zwange weiter fort.
Die trauung und kinder tauffen dorfftennur Catholische Priester verrichten. Manzwang die leute hin und wieder zu den messenund proceßionen ; wer sich widersetzen wolle/den straffte man an gelo und fonsten härtiglich.Auch die weiber selbst waren nicht aus gefahr/welche/ weil sie der beleidigten Majestät halbernicht beschuldiget werden konten/ ihrer thräncnwegen in klage genommen wurden ; wer sichdes Vaterlandes unglück zu hcrtzen gehen lies/und drüber stuffzete/ mujie flugs ein übelthä-ter seyn. Und wurde verboten/ daß die zumtode verdammten auch von ihren freundennicht dorfften beweinet werden. Dem armenpöbel wurde ihr schweiß und blut durch aller-hand künste und unter neuen tituln ausgcpres-set/ ihnen garnisonen zugelegt/ und wiederabgenommen/ gcsetze nach belieben vorgeschrie-ben/ und waren der plack/rcyen und drangsa-len eine unzehliche anzahl. Als nun durch die-se und andere unabwmdliche härtigkeit undunrath denen Herren cmlattten die äugen auff-giengen/ und sie sich rumehro durch äuserstege-walt in der höchster gefahr des lebens/ derfreyheit/ und aller zeitlichen haabe verticffet/auch darneben von aller christlichen hülffe ver-kästen/ und ausser eintziger Hoffnung zu einemgelinderen tractmnente der dienstbarkeit sahen/sind sie in diesem großen nothstande auff die-sen schluß gefallen/ es wäre bester sich der gna-de der Durchlauchtigen OttomannischenPforten zu umerwerffen / und wider solcheunbillige gewalt dero schütz zu suchen/ als dasKönigreick und so viel unschuldige seelenineu-sersten ruir versincken zu lassen. Jnmasten siedenn daselbst mit ihrem flehen gar willig auff-genommm / und denen / welche vorhin wegenallzu unerträglicher schärfte und Unterdrückungdas Vaterland mit dein rücken ansehen musten/von besagter Pforten alle gnade/zuflucht/ sicher-heit/und fo gar auch die mittel/ sich ehrlich zuernehren und hinzubringen / reichlich zuge-wendet worden. So pfleget es die göttli-che Vorsehung zu spielen / daß auff grausa-me exorbirsnnen/ ob deren guten luccel, mangantz sicher zu seyn meinet/ eine geschwinde rä-che folge; damit die boshafftigen in ihrem irr-thum nicht bekräfftiget/noch die elende tugendgantz zur verzweifelung gebracht werde. Wirwisten/daß viele einer andern meynung seyn/und diesen äuserstennothzwangübel auslegen/auch die Ungarische Nation deßhalber/ wie-wohl sehr frühzeitig/ tadeln/ und mit dem für-
wurffe belegen/ sie hätten hierinnen nicht alschristen gehandelt. Aber diese haben entwe-der von den freyheiten dieser Nation keinewissenschaffc/ oder sind von der Oesterrcichi-schen parthie eingenommen. Sintemahlwolzu begreiffen/und zu mercken/ daß die aus Oe-sterreichischem geblüt entsprossene UngarischeKönige anders nicht/ als durch eine sreyewahl(wie denn in diesem Königreiche die art vomregimente die billigste und älteste ist) zur Cronund Zepter kommen / und vermittelst eydes/welcher/ dem herkommen nach/ vor der krö-nung unter freyem Himmel abgeleget werdensoll/ verbunden sind/ die landes-freyheit unge-kränckt zu erhalten.
Aus dieser eydlichen Verbindung ist die wahr-hafftige und eigentliche obliegenheit/ welchenicht nur zu rechtmäßiger/ und nach innhaltder gesetze und König!, vjssomsr-8 eingerichte-ter führung des regiments Vonnöthen war/hergeflossn: Sondern es hatte in krafft solcherds^lmlAuon der k'alstinuz k.eAni, als verthei-diger und Verwahrer der gemeinen freyheit/die macht/daß/wann einKcnig von dem ordent-lichen amte zur grausunkeit exorbmren/ undsich eines schädlichen Oommsrs unterfangenwolte/er ihme nebenst den Reichsgenossen wi-dersprechen und entgegen treten dörffte. Waeihnen demnach unbenommen/aufden fall/ dadie regiments-verfastung gantz nicht wiederzu recht zu bringen war / sich eines andern schützund schirm / und also auch insonderheit derOttomannischen als nächsten macht Protonzu untergeben.
Sind demnach nun viel jähre verlausten/binnen welcher dieses unglückliche Reich zwi-schen zweyen herrschafften gesessen/ von der ei-nen zerrissen/von der andern gedruckt/dadurchaber der gantzen welt zu einem erbärmlichen spe-ctakel worden. Jene hat die waffen niemahlswider Ungarn ergriffen/ noch niedergelegt/oh-ne Vermehrung seines Reichs/ und ohne Ver-minderung dieser Vormauer; daher es auchdieser mächtige nachbar fast gantz an sich gcrissen. Und zwar / ^nachdem dieses Reich denersten anfal! des mächtigen Monarchens seinernachbarlichen gelegenheit halber jederzeit aus-stehen muß: Das Ertz-Fürst!, hauß Oester-reich aber / währender führung des Zepters/auffanders nichts / als der Ungarn ruin undder freyheit Unterdrückung/bedacht gewesen;die itzige Kayserl. und König!. Majestät aberbesonders die armen Neichs-genossen in einenso jämmerlichen wehestand verstürtzet/ und zurverzweifelung/worein man bey trübseligen zei-ten desto leichter williget/ und hiernechst fernerzun waffen genöthiget hat; sich auch sonstinnerhalb zehen jähren des exiiu für die be-drängten kein billig hülffs-und besserungs-mit-tel fürfinden wolte/ auch dieses schwerlich zuhoffen war ; haben sie vor rathsamer ermessen/dem großmächtigsten Printzen sich schirmpflich-tig zu machen/und dessen verspruchs und Ver-teidigung in ihrem äußersten und unabwendli-chen nothstande/ dem gemeinen besten zum dien-ste/sich zu bedienen/als entweder in dem betrüb-ten elende veralten/oder den wenigen Über-rest des Reichs in offenbare gefahr zu versen-cken.
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