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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
376
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Oes Europäischen Herolds zwcyte Haupt-Handlung

Ofen austs neue mit list/ setzte einen Beglcrbegzum Commendanlendahin ein/ und ließ denjungen Konig / Johann Sigmunden/ mitder Frau Mutter Zjabellen in Siebenbürgenziehen/ als ins väterliche erbe; worauff A.154z auch Gran/Fünffkirchen und Stuhl-rÖelssenburg in Türckische Hände geriethcn/welchen A. 1544 Vicegrad nachfolgete. Die-weil nun Türckischer feiten kein auffhören zu. kriegen war/ und immer eine vestung nach derandern in deren Hände verfiel / das land auchauff dem endlichen ruin und clecaclentz stunde/machte König kercliasnäuz mit ihme einen fünf-jährigen stillstand A. is4s/welcher auffbeedenfeiten/gestalten fachen nach/noch erträglich war.Jedennoch gieng der blutige dantz bald wiederan/da George Martinuz/welcher ausJinemmönche Bischoff/Hernach Cardinal und Schatz-meister der Königin/auch des jungenHerrn Vor-mund worden/ und bald bey Ferdinands / baldbey der Königin stunde / samt des FerdinandiFeldmarfchallen Joh. Baptista Gastaldo/derdie armee an der Hand hatte/ es dahin gerichtet/daß die Königin die Hungarische Cron und an-dere mligmen vonsichgegeben / Siebenbürgenund Nieder-Hungarn dem Haufe Oesterreichabgetreten/und das HertzogthumOppeln unddie herrfchafft Franckenstein in Schlesien be-kommen/ sich selbsten aber in Polen zu ihrerFrau mutter und Herrn bruder / K. SigmundAugusten/ begeben. Welches den Solymannso empfindlich verdrossen / daß er mit Heeres-macht wieder ins land käme / und eroberte A.1552 Temeswar/Fappa und Folnoö. Sie-benbürgen revolrirte A. 1556/ und beriefe dieKönigin Elisabeth/nebst dero Printzen/ wiederjns land. Man sagt/ es sey der Sultan zu die-sem kriege noch mehr erhitzt worden / als er er-fahren / daß besagter Gastaldo durch seinelands-leute den Cardinal Georgen hinrichtenlassen. Denn der geistliche Herr war cksAulli-ret/ und hielte es nun mit dem erb-feinde / wel-schem er das Königreich in die Hände aus äeffs-ratio» spielen wollen / darüber sein maüacre er-folgt / und mit ströhmen blut kaum verbüßetworden. Als die wuth gestillet / käme es dochA. 1560 zu einem leidlichen frieden auf achtjähr / weil des Solymanns söhne / Bajazethund Selym/ zu Hause um die herrschafft zanck-ten / und man also der Hungarischen Händeldarüber vergaß.

K. Marimi- K. Ferdinand war des Hungarischen blut-m vergiessens nun nach z8 jähren auch überdrüs-sig / und ließ seinen Printzen Maximilian ilA. 156z zum Könige in Hungarn krönen. Erselbsten aber gesegnete im folgenden jähre diewelt. Unter diestm König Maximilian IIbrach der Türcke/ auf anstifften seines schutz-verwandtens/ des Fürsten Johann Sigmundsin Siebenbürgen/den frieden / wütete aber-mals mit feuer und schwerdt wider das König-reich/ bekam zwar seinen wehrmann gar wohlan ^.azaro von Schwendi / Kayserl. Ge-neralen/ zerrüttete aber doch das land grau-samer weist. Der Sultan Selym/ der sei-nem im kager vor Sigeth natürlichen todesverstorbenen vater lucLcckrte / ließ es endlichA. 1568 wiederunt zum stillstand auf achtjähr kommen/ krafft dessen jeder seine congue-

sten und poüelllone«, insonderheit die mitvieem Türcken - blute eroberte vestung Si-geth behalten / auch der Fürst in Siebenbür-gen mit eingeschlossen styn solte/der hernachA.157O ohne kinder abgienge/ und StephanBathori zuni Nachfolger hatte. Diesen frie-den aber hielte der Türcke nicht/ sondern fieldemselben zuwider ins land adermal ein/ sä-betre bey ersteigung der veste Canifcha mehrals tausend Christen nieder/und führete grossebellte mit sich hinweg.

Dieses Kaysers und Königs Maximilians-^11 söhn/ undReichs-folger K. Rudolph/ auchRom. Rapser/ muste von denen SultanenAmurathnl, Mahomex tti,und AchmetIeinen sunffzchnjährigen harten krieg ausstehen/und verlohr A.1594 durch schlechtes verhaltendes Commendanten/Grafens von Hardeck/diesämirsble vejtung Raab/ welche er doch in vierjähren drauff durch wohlausgeführte kriegs-list seines tapfferen Generalen/Gr. Adolffs vonSchwarzenberg/ wieder bekäme. Zu diesemkrieg gaben die ^lckoctu anlaß/ welches einan dem Adriatischen meer zwischenDalmatienund Croatien bey der Oesterreichischen vestungZeng wohnendes räuberisches volck ist. Die-se uüMocM hatten damals in Croatien auffTürckischem grund und boden viele raubereycnund grausamkciten verübet/ worzu ihnen derOesterreichische Commendante in der VestungZeng behülfflich gewesen styn solte; also daßder Sultan gnugsame Ursache zum kriege zu ha-ben vermeinte.Die Kottüitäten machten ihrenansang mit der capmr desKäystrlichenGesand-ten Friedrichs von Krekwitz/ der mit seiner fa-mille auff die galeren geschmiedet wurde.Der mitR. Rudolphen sllurte LiZizmuaNkarbori, zürst in Siebenbürgen/ griff denTürckischenSinan Baffatapfferan/ und ero-berte unter andern sieben mit geld beladeneschjffe/ welches nach Wien zu beschenckung derKäyserl. ^liniMorum cleMnjret war/ schlug dieTartarn/ so ihme eine äivcrkon machen Wol-tem zu zweyen malen/ und zwar A. 1594 M2OOOO mann. Viökorilirte auch wider denBassen von Temeswar/und den mit neuemvolcke unter ordre des Sultans Mahomet wie-der ankommenden Sinan/ also daß man die-sen Fürsten vor invinclbel hielte/ und Hungarnseiner courage und glücks wol mit zu genießenhatte. Es war ein merckwürdiger sieg/ wel- 'chen Andreas von Allersberg unweit 8>W<cr-hielte A. i59Z-Der Haßan Bassa griff ihn mitZOO0O mann an/ da jener nur 5000 starck war/und dennoch wurden der Türcken in die 12000erschlagen/ und die übrigen verjaget/ und theilsin die Colpa in Bosnien gestürtzet/darinnen derTürckische General auch ersauffen müssen.Der Sultan suchte revenge und kam mit einerarmee von 200000 Combartamen / welcheEry-Heryog Maximilian zu Oesterreichmit dem Siebenbürger zweiffels ohne würdenbesochten und überwunden haben/ wenn ihresoldaten nicht allzubegierig auffdie Plünderungder bagagegewesen/ und den feinden allen vor-theil gelassen hätten. Also machte der geitzaus überwindern überwundene/und aus leben-digen todte; denn es verlohren die Christen20000 mann/ und dieschlachtbey Agriaoder

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