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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

sehr/ daß auch des Gouverneurs zuCoppenha-gen/ Schack genannt / erinnerung/sie solten sichdas Königliche wost / ihnen atte privilegjablndfteyßeiten zugeben/ schrifftlich untermKönigl.siege!und Hand ausstellen lassen/ nichtbeobachtet/sondern der Königl.Maj. aufbloßeswort/ohne erwegung/ wieder Königl.Nachfol-ger regieren möchte / hier getrauet wurde. Undals die Geistlichkeit und bürger-stand allein demKönige die vAne hievon thäten/der König abergern den Adel auch aufgleichen fuß gesetzet wis-sen wolte/ erboten sie sich mit haab und gut / leibund leben wider diejenigen zu stehen / welchedieses löbliche vorhaben zu hindern suchen wür-den / welches aber doch Jhro Maj. auf desAdels ovncurrentzund einen general-fchluß aus-stelleten. Der Adel wüste zwar nicht zu wider-streben/ suchte nur zeit und räum sich bester ;»fassen/nachdem die von ihm auf die erblichkeit/soviel die männliche l)eicer,6ealen des Königsbetraffe / beschehene anerbietung vom Königenicht so bloßer,dings angenommen werden wol-len ; und zogen einige gar hinweg aus der stadt/weil sie vermutheten/ hinfort nicht gar zu sicherHey einer Verweigerung zu seyn. Dieses ver-ursachte / daß der König der Noblesse ansagenließ/es solte vor dem schmß desLand-tages keineraus der vestung reisen/zu welchem ende die tho-- re auch versperret wurden. Worüber derAdel erstaunet / fragte: Ob sie alle selteneinem freyen orte ihrer Versammlungwsilacriret werden / oder was sie zu hoffenhatten ? thäten sodann aus frischen fuß eineabordnung an den König / erboten sich zu alledem/was wäre propomret worden / und woltenes gerne vollbringen helffen. Darauf derKönig in allem vergnügt und relolv .ret wurde /noch vor öffnung der thsre die Huldigung aufsolche neue Reichs-verfassung von denen gesam,ten Ständen/in beyseyn der armeeund des vol-ckes/einzunehmen/und den neuen Staat/ so viel^möglich/zu befestigen; Massen binnen drey ta-gen solches alles völlig zu werck gerichtet/und dieerb-huldigung aus die vollkommene unrerthä-nigkeit am 27 Ottöbr. dem gantzenKönigl.hausebeyderley geschlechts von denen Senatoren/demAdel/derGeistlichkeit und^vmmusen solennirerabgeleget/von keinem aber/als dem von Gerß-dorss/derißt begrabenen alten fteyheit die pa-renrakion jedoch mit wenig Worten gehalten/dargegen von allen und jeden die Acte der erb-lichkeit und unbeschrankten gewalt des Köni-ges eigenhändig vollzogen wurde. Also ge-schähe diese wundersame und unerhörte Verän-derung derAriftocratiezur ablolurenMonar-chre binnen vier tagen/ da anfangs der Adel/und darunter so vieltapffere leute auserweite-rung ihrer ohne dem sast unbezähmten fteyheit/hiernechst auf Unterdrückung der übrigen Mit-Stände gedacht/ und so Hochsprachen / deren inwenig stunden doch keiner das Hertz hatte/die ge-ringste oppotmon oder nur mündliche Vorstel-lung gegen den total-ruin ihrer fteyheit zu thun;da hergegen gewiß war/ daß dem Hofe/ beson-ders dem König/ fast nicht wohl bey dem Vor-trag zur Veränderung gewesen / und da nurdie Senatoren und Adel im geringsten wider dieMölme gewalt gestrebet hätten / er gewißlichgewichen/und es auf rsmMsmema mit Vergnü-

gung der erblichkeit bey der lucceMon würde ha-ben ankommen/die freylM aber nimmer unter-drücken lasten. Der beschluß dieser Kwamor-pbole war die erhöhung der Geistlichkeit/nem-lich des BisHoffs Schwan zum Ertz-Bischoff/und der veradelung der bürgerschafft zu Cop-penhagen/ingleichen die reiche Vergeltung dererra vorneü/die dieses wichtige werck gründen undausführen helffen / darunter vorgedachter Hr»Seesiede 200000 rthl. der Ertz-BischoffZQOOO/der 8/nllicus dlanlon 20OOO rthl. zu prse.learen bekommen haben sollen. Der ausgangund erfolg wird zwar von einigen dahin be-schrieben/daß seither die Übung einer absolutengewalt denen unterthanen / bevomb der vielentayen und contriburionen halber/zur nicht ge-ringen beschwermß und armuth ausgeschlagen/ohne daß sie / den vorigen alten Wohlstandwiederum zu erlangen/einige Hoffnung hätten;welches bey vielen dahin gediehen/daß sie demKönig ihre güter zu übergeben vor ein glück ach-ten / und doch nicht darinnen erhöret werdenwollen. Darüber viele alte Häuser zu gründegehen/und in sich selbst verfallen müssen/ wennnicht die kriegs-dienste noch eine stütze gegeben.Wiewol man doch viele fremde Officirer hätte/und bey den civ.il -amtern vor die National-Noblesse wenig zu thun wäre / daß man mehrtitulan Grafen und Baronen verfpührete/ daaber die einkünffee nicht grösser als bey dem at- 'tenAdelstande geworden. Die guter/welche vorA. 1660. 60000 rthl. werth gewesen / warendiese jähre her vor 16000 verkauffc / und davonhätte der König zu seinem rechte den drittentheil zu ziehen gehabt/ mit allen erbschafftenmöchte der König frey/ wie in Franckreich/äbffomren/ohne daß jemand muxsen dörffte / undhätten sich über dieses noch andere Frantzoischemsxjmen einführen lassen/ darüber aber dL un-terthanen gantz verdürben.

Welche relation man aber an seinem MN-lich vaMonirten orte stehen lasst. Denn es istdoch offenkundig/daß K. Friedrich A.1661 den10 Jul. dem Adel grosse privilegia gegönnet/ alsdas jus vitX 6c necis über ihre unterthanen/ dochnach denen landes-rechten selbiges zu gebrau-chen / die fteyheit von allen auflagen und scha-Hungen ingemein/ und ist nur die gemeine Wohl-fahrt des Königlichen Hauses oder des Reichsausgeschieden/it. die wildbahn und fischercyen/das jus l^tfonarus, die pisccecisotz vor andet'LN

Ständen/doch unbeschadet derer KöniglichencbarZes, der zutritt zu hohen civil - und militar-ämtern/ und ben^llcien. Und gleiches tracta-ment mit fremdenOfficirern / wann die armeeausserhalb landes gehet / die fteyheit der ochsen-stallung/das Strand-recht in gewisser masse/und was dergleichen freyheiten und PrivilegienMehr sind/deren 6ip!oma im 1beati-.Lurop.Iow.

ixck. Z6?. scg. zu befinden. Die alten geschlecheter/derenthcils inGrasen-standerbaben/ sinddie von Ranzow/ von Alefeld/ von Broktorff/von Reventlau/ von Schack/von Wedel/ vonBlume/von Rumor u. d. g.

Dev zweyte Stand lsi dieGeisillchkeitDiese destehet aufdenen Bischoffen/1 zu Aor- Mschild/ welchem als primär, das amt der Kö-nig!. falbung gebühret / 2 zu Ottensee/ zAlpen/4 zu tViburg/szu Arhusen / und6 zu

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