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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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4 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

diesen vier brüdern / welche in der grösten unei- volcke in haß und Verachtung zu setzen. Keiner

nigkeit lebten / giengen drey na>ch einander mit unter diesen ^ires clu i^lais, vomuz,

tode ab / und blieb Ei0tariu51 allein übrig / also oder Groß-Hofmeisiern hat es st weit gebracht/

daß die gantze Frantzöische Monarchie wieder- als Hertzog Pipin genannt Heristel/ aus dem

um unter einen Zepter kam. Denn über dieses/ fürnehmen Hause der Hergoge an der Mosel

daß er seines letzt verstorbenen bruders Childc- und Brabant:c. abstammend/ welchem in sei-

berti Gemahlin nebst ihren beyden Prineeßin- nem 28 jahrigen st viel gewalt zu-

nen ins elend verjagete / st soll das von K.Fara- gewachsen/ daß er seinem söhne/ Hertzog Carolo

munden eingeführte Salische Gesetze dazumahl N7arte!!o / den weg gezeiget / worauf er zum

erst .recht zur Übung gebracht worden seyn. thron schreiten können. Er trieb die Sarace-

Sonsten sührete er mit denSachsen undThürin- nen mit Verlust ihres Königs Abderami und mit

gern schwere kriege/welche ihn endlich in Franck- erschlagung zysooc» mann von denen Reichs-

reich zurücke jagten/ allwo er A.s6i verstarb/ grantzen zurück/ befochte auch die Sachsen/ ,

und vier söhne hinterließ/ nemlich Ehereberten/ Bayern und Aquitanier / brachte die Friesen

König zu Paris oder in Frankreich/ Gom- zur äevvtivn iind Christlichen Glanben / und er-

tran/ König in Burgund oder zu Orleans / langte die ehre / unter die zahl der Röntge

Siegeberten/ König zu Mey oder Austrasien/ gerechnet zu werden. Den eufserlichen titllL

und Chilpcricken /König z!i 8oMon8. Jedoch als hat er gleichwohl nicht angenommen / ob es wol

König Cherebert A. 57^ die zeitligkeit verließ / mit denen Königen dahin gestmcken war/ daß ib-

theilten seine drey brüder sein Königreich unter nen nur der spott oder ein schattemiß der ehre ü-

sich / auch st gar die stadt Paris / mit der be- brig blieben / indem sie etwan auf einem land-

dingung/daß keiner unter ihnen dreyen sich ohne Hause sich anchatten mustm / und >ährlich nur ein-

der übrigen einwilligung jemahls in itztermeldte mahl an: n Maji sich mit gewissen ceremonien/

Stadt begeben solte. Allein zwey unter diesen als ein wunderthier / auf einem wagen nacher

dreyen brüdern/nemlich Siegebert und Chilpe- Paris führen/ und dem volcke sehen lassen

ric/geriethen wegen der Landschafftiourcline lind . durfften.

in Uneinigkeit / welcheso lang währete / Endlich hat Carl Martells söhn / Hertzog H/W"

biß der erste A.s?s meuchelmörderisch ums leben Pipiu / sein ehr - begieriges hohes gemüche sich Mus ven

kam.Dargegen muste (HHcnc, zum lohn der ge- dahin verleiten lassen / daß er A. 750 seinem blö- ldlo«.

gen seine erste Gemahlin verübten untreu / ersah- den König Childerichen Ii 1 eine platte scheren

ren/ daß ihn seine zweyte gottlose Gemahlin Fre- und ihn ins kloster stoßen / sich aber du? Fran-

degonde durch ihren liebhaber A. ^84 oder 588 er- yöifche Crou auffseyen lassen / nachdeul er

morden ließ. vorher alle fachen wol cvNLeniret/ die vornch;u-

Alft hatte er seinen noch in der wiege liegen- sten Stände zu seiner cklpolmon und treue ge-

A.ei <»tsr;u »den söhn eiotarwmii zum Nachfolger / wel- bracht/auch bey dem pabst Facharia/Weiler

1». cher mit seinen vettern gnugsam zu fechten bekam/ demselben versprach/ die vongobardm aus

wiewohl er doch A. 614 die bißher zertheilet ge- Italien zu verjagen / und ihme viel ländereyen

wesene Provinzien des Reichszustmmen brach- und grosse intraden zuzuwenden/den beyfall und

te/ und es wieder zu einiger conlllksm? und spyrob^ion erlanget hatte. Diese grosse

macht erHube z dahero er den nahmen des Gros- Imion brachte das Königreich an dte Caro-

sen erlangte / auch durch den wider die Sach- linger / nachd em es zc>s jähre auf dem geschlech-

sen an der Weser A. 6zo durch seinen Cron- te der Merovinger bestandenchatte.

Printz Dagoberten erhaltenen sieg sich bestn- König Pipinus befestigte das neue Reich in-

ders conliäerable machte. . nerlich durch Versicherung der liebe des volcks ge- reich üiif

Dieser Röntg Dagobert / welcher A. 6zi gen sich/durch aufrichttmg eines Staats-Ratbs/

be'rt b??n- oder 652 dem Herrnvater luccsäirte/ hätte das oder Parlaments/ darzu die furnehmsteSt»

set es wie- lob der ftu'irefflichstenNegenten verdienet/wann geist-und weltliche Stände des Reichs / als

krass"/ er sich nicht in Wollust vertieffet/ und seinem bru- besten vorderste glieder/ gezogen wurden.

. der Printz Ariberten ein groß antheil des Nicht weniger durch Verrichtung der ceremom-

. Reichs überlassen / welchen er doch nach dieses en/ coMecrchon und salbung Bomsacti/Erg-

Printzen tode wieder bekam / den rest aber kurtz BisHoffs zu Mayny / welcher von solcher Au-

vor seinem absterben A.C. 64s unter seine zween toritat war / daß man meinete/ es müste de-

Printzen Siegeberten 11 und etoäovXum Ii al- nen glücklich ergehen / welche von der Heiligkeit

so vertheilet hätte/daß die macht des Königreichs dieses Teutschen Apostels gestgnet würden,

anderweit in eine schädliche schwäche gerachen. Dann durch abschaffung der Autorität und

Jener bekam Austrasien/ der jüngste Röntg amts eines Groß-Hofmeistcrs / und durch eon-

eloäovTus 11 aber den rest von dem damahligen guetirung der landschafft Aquitanien/welche biß-

Franckreich. hero durch eigene Grasen regieret worden war.

Von der zeit an haben die Könige sich gantz Aeuserlich aber erweckte er sich respeet und furcht

IWi.Au»der üppigkeit ergeben/sich der Regierung weni- durch seine ftidzüge und vittorien wider die

tvrikäl. ger/ als der galanterien/ des bettes und der Sachsen/ welche die Veränderung des Regi-

taftl angenommen / ihren Groß - Hofmei- ments zu einer gelegenheit / Franckreich den

stern die Staats- und Reichs - geschaffte tributzu verweigern/ gebrauchten. Jnglei-

lediglich überlasten / und ihnen dadurch thür chen wider den Longobarder König Aistolpbum/ -

und angel aufgethan / sich allmählich die auto- wider die Kayserlichen Stadthaltcr in Italien/

rität bey den Cronen/ und die liebe bey den Lxarcbi genannt. Heryog Tajsilon in Bayern

unterthanen zuzueignen; hingegen ihren prin- aber machte er zum V/stallen/ und den Her-

cipalen mehr nicht als den titui eines yog von Aquitanien zum unterthanen/ und

Rönigs übrig zu lassen/ und sie bey dem endlich zum mannten. Er verließ A.768 zween