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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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790
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Des Europäischen Hcrolds erste Haupt» Handlung

„die Kayserc die macht und befugniß haben/„Könige zu cremen / und wie sie im Röm.tc/ „Reiche die Fürstchchc/Gräfliche und andere„äqualen/ stand und würde/ allein crtbeilen:„wie alle Churfürsten/ Fürsten und Stände„von deroftlben ihre Reichs-lehn und regali-„en/ ihre pl-lv.legig und Herrlichkeiten von dero-„selben -nvekicur und conLLibon haben; wie„von ihro/alsdem brunttqvell aller Hoheit„und regalien/alle juri5a.6ilon, rechte undgerechngkeiten hcrsiicssen/und was sie über-haupt bey allen stücken der Majestät desReichsund bey Verwaltung des Kaysirlichenregimems vor vorzügliche und höchst-ansehn-liche theile haben/ das ist oben auch angemer-cket worden: zu welchem/um mehrer erlaute-Klle Chui'- rung willen/noch dieses hinzuzusetzen: Daß alleAn und 'Khursürsten/ Fürsten und Stande Ihr. Kay-Stände sind „serlichen Majestät den unterthanen-eyd ent-Reich^mu '' "weder selbst/ wann es sie/ wie vorzeiten ge-tttthanen. „schehen/ strenge erfordern wollen / oder durch„dero gevollmächtigte abgesandten in dero ste-lle Ztlru cvrporzll, mit kniegcbogenen dreyfa-„chen reveren^en solermiter schweren! Daß„alle und jede Stande/ so gewaltig und mach-„tig sie auch sonsten sind/den untcrchänigsten„respect in reden und schreiben gegen Ihre„Kayserl. Majestät beobachten sollen und müs-„sen. Nicht minder ist auch dieses, vor ein„kennzeichen der Kayserl. allerhöchsten gewalt„zu achten/ wann sie nach dero gnaden gefäl-„ligkeit einem oder dem andern stände des„Reichs die huldigungs-Pflicht erlassen / wie»- «die exempcl der Reichsstädte/ Straßburg undnkle-üöchs!^ „Lübeck/zuerkennen geben. Es sührenZhrepbligkeit „Kayserliche Majestät die allerhöchste ovrig-^ chen. „keitlichegewalt/ und sprechen/ und statuiren„über derer Churfürsten/ Fürsten und Stäa-„de ehre/ leib und leben/ würde und stand/„lande und leute/ und zwar majelUüce mit„vollem Nachdruck und execution, od wohl„mit sonderbarer grosser behutsamkeit undy . „nach anleitung derer Reichs - gesetze.

Monaräil- Was in denen zwey lctztverschienenen lecu-fthe gewalt. liz Mit Chur Sachsen/ pfaly/ Trier/ Meck-lenburg/ u. f. m. ergangen/davon wollen wirallhier nicht weitläufftig seyn. Zu unfern Zei-ten ist es leider! dahin kommen/daß Ihre Kay-serliche Majest. mit dem bann und privstionderer beyden Churfürsten zu Cölln und Bay-ern hatten verfahren können/wann sie nichtnoch zur zeit dero Kayserliche gnade vorwal-ten lasten. Es ist erinnerlich/ welcher maßen/als der Chur-Mayntzische Gesandte zu Re-gensburg mit dem Hrn. Cardinal von Lam-berg wegen der reception oder des ceremonielissich in etwas härter / als sichs gebühret/ ge-splittert/ man von lulpenlion gesprochen; undwas ihre Kayserliche Majestät vor ein reicrixtan ihre Churfurstliche Gnaden zu Mayntz we-gen des comportements derer Reichs-gesand-schafften zu Regensburg ergehen lassen / undwas vor Nachdruck selbiges in sich begreifst/ist so Neichsküudig/ als daß auch ein gewisserAbgesandter würcklich zur cleprecation gegendie Oesterreichische gesandschafft angewiesenworden/ unverborgen. Dteallerheiligste Ord-nung GDttes und das daher clepcnäirendeRatierliche allerhöchste anit giebtIhr.Ray-

serl.Maj. die Waffen und dasschwerdt indie Hand / das Reich zu schürzen/ den frie-den-stand zu erhalten/ die unruhigenund widerspenstigen zu strafen und zumgehorsam zu bringen/ auch die feinde desReichs zurück zu treiben. Dahero stehet Ist dasauch zu ihrer convementz/ ob sie sich s la tete^^berder Reichs-armee/ nach art ihrer heldenmäßbmce'u?

gen vorfahren/stellen / und solch csmmando in Um^

eigner person fuhren/oder was vor Chur-und auch g^x.Fürsten sie darzu in Vorschlag bringen unddem Reiche zur annehm-und Verpflichtung rs-commenckren wollen. Das commando derauf ein hundert und zwantzig tausend mann/als einer in allen vorigen zeiten unerhörten an-zahl/rsglirten krieges-volcks/bLwilligten armee/haben ihrer Röm-KöniglichenMajestär/HerrnJosephen/ die Herren Churfürsten und Stän-de des Reichs aus besonderer zuversicht zu de-ro heidenmäßigen valär und kriegs - erfahren-heit/pl uclentz und concluite beyitztgem Reichs-kricge recvmmenäiret / und von ihrem siegs-glück schon verschiedene unsterbliche probengesehen; welches ein regierender Kayser vorsich selbst/als Oberhaupt und höchster Kriegs-Herr/ ausser specialer bewerb-oder aufftragungzu führen befugt ist. Was vor ein Maje-stätisches moment sie bey denen friedcns-handlungen haben / das zeigen die beydenletzten c>empel des Niemög-und RyßwLcki-schcn sriedens; wiewohl bey dem andern mo-cio sgencil noch eines und das andere zu er-,innern gewesen. Sie sind und nennen sich indero decreten und Mandaten 8upremum?rc-reUorcm und Lxccutorem derev Reichs-s»-tzungen und des Westphalischen f: icdens.LLs kan kein mensch den allerhöchsten undunfehlbaren ckaracicism der Majestät aneinem Raxser laugnen/ als an denke auchwegen dieser allerhöchsten dignitat imReiche proprie und warhasstigdas crimen isetse ^ajellatis von dero Und des rechte

Reichs - unterehanen begangen werden^"

« ^ ^ - ...tan. Und wo wtll man denn in eaäemkepublica begangen.

noch eine andere Majestät finden/ an der sichauch ein machtiger Churfürst und Fürst ver-greisten könne / da keiner des andern alsReichs-Mitstandes oder auch des gesamtenReichs allein / ausser der hohen conliclerstioneines Kayftrs/ein gesthworner unterthan ist;ob wohl/ wie bald folgen wird/ snalogice und ingewisser maße an einem Churfürsten solcheMajestät - schandung begangen werden mag.

Daher versündigen sich eben diese SewattigAA^an der Majestät des Kayftrs/welche ihro die Kays M.Monarchische Majestät/und daraus fließen-de relervaten Und prseemmcntzieN lN Zweissel jchegemltziehen/oder sich deren sonder ausdrückliche^""»communication undJhrerKayserlichenGnadenpermitllon gegen dieReichs-vcrsassung cmmas-sen wollen. Zur zeit eines mterrexm führen

zwar die beyden hohen Vicani, Chur-Vapcrn Reichs vi-

und Chur-Sachsen/ das Rejchs-regiment; sZ',! geM,allein nicht ohne grosse fonderbahre maßigungder gewalt: und haben ihre Verrichtungenso dann erst den rechten bestand undgültigkeit/wann der nachher erwehlete Röm. Kayserselbige ausKayserlicher macht sutorillret undapprobixet. Ausdie Reichs - tage und zur

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