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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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vom heil. Römischen Reich.

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SttHr.M V Weingarten/unweit Ravensburg in^MinM-Schwaben an der Schuß bey dem marck-tt»- stecken Altorffgelegen / hat seinen Ursprungvon den Guelsfen oder alten Fürsten vonAltorff/ der Guelffen ahnherren/ welcheauch allda begraben sind. Fr. Irmentrudihre stamm - mutter soll zuerst ein jungfer-klo-ster dem heil. Martins zu ehren ungefehr umsI. C.8OO allda gestifftet haben/ inwelchesGr.Niolssli A. lozo Benedictiner-Münche ge«setzet/ und nachdem A. ivsz das schloß durchsftuer verzehret worden/hat er ein neues kloster/'dem er den nahmen Weingarten gegeben/an dessen stelle angeleget/und besagte Ordens-brüder dahin gebracht/ denenselben auch A.lc>94 einen Abt vorgesetzet/ unp Habendessennachkommen solches ansehnlich dotiret; wiedenn fein enckel Hertz. Heinrich in Vätern/der schwarye genennet / darinnen selbst diemünchskutte getragen / welches aber von an-dern tMor-cis verneinet wird. Im abgewi-chenen leculo hat der hiesige Prälat die com-mendatur Johanniter-Ordens zu Feldkir-chen vor socooc) fl. von dem Malthestr-Orden/und die herrschafft Blumeneck von den Gra-fen von Sultz um 160000 (andere haben nurisOOOO)fl. erkaufft/ jedoch die erste wiederan das kloster Ottenbeuren überlassen.Dessen rvapen ist im blauen schilde / welchesmit rochen hertzen besäet/ein güldener zum raubgeschickter töwe mit ausgeschlagener zungenund klauen/der jetzige Abt aber heißetHr.Wil-libald.

^ Ochsenhnusen/ ein Venedictiner-klo-wsm. ster undAbtey von überaus lustiger und frucht-barer läge zwischen Bieberach undMemmin-gen an der Roemm/ ist anfangs ein klosterfür frauenzimmer gewesen / welche dasselbeaus furcht Vörden kriegs-prelluren verlassen/viel kostbare kleinodien aber vorher an einemgewissen orte in die erde vergraben/ deren ent-deckung nach langer zeit ein ochse/indem er alldamit dem süsse gescharret/ befördert/wodurchdie Herren des orts Conrad und Adelbertgebrüdere von Wolffhardsschwenden be-wogen worden/ ein kloster unter der benennungÖchsenhausen daselbst zu funcliren / und esdem stiffte S.Blafft am Schwartzwald ein-zuverleiben/massen es nurden tirul einerProb-stey führete/wobey es auch biß A. 1420 ver-blieben/ da Cardinal <l)tto 6s Lolumna, nach-. mahls Pabst Martins v, weil ihn der Con-vent auff dem wege nacher Costnitz zumLon-cilio wohl tractiret hatte/ solches zu einer Ab-tey erhöhete. Der jetzige Abt ist Herr Zran-ciscus. Im wapen des klostcrs erscheinetder vorder-leib von einem schwartzen Ochsenaus einem rochen Hause heraus tretend/im gül-denen felde.

t°Iche Vi! Irsee oder ^Zrffngen ist ebenfalls einschönBenedictiner-klosterunterhalbRattff'beu-ren/nichtweit von der Wertach/im waide gele-gen/und rühmet als stiffter und woblthaterHen-richen/einen Marckgrafen m Schwaben zuRamsperg / und dess n kinder Gottfrieden/Bertholden und Irinelgarden; der ansangwurde dazu gemacht A. 1182 in einem finsternwalde/nach dren jähren aber eine lustigere b-tustion dazu ersehen auf dem Jrffngischen

berge;doch gefiel esgleich dem erstenAbtCu-noni/ mit genehmhaltung des stiffters in dieebene herunter zu rücken/und ein neu gebaudeaufzurichten. Unter Abt Hartmanncn gabConrad von Ramschwag dem kloster diekirche zu Irgenried zugehörigen vog-tep und allen pertmemien. In denen krieges-troublen/sonderlich als Kays. Ludwig undHertz. Friedrich von Oesterreich sich um dieKayserliche Crone zanckten/ hat das ftifft vielausgestanden / noch mehr aber hat es die Ver-schwendung Abtpeters aus demAdelichen ge-schlechte von Baisweil ruinim/so daß die mün-che alle davon gewichen/und nur ein eintzigerzurückgeblieben/ der die Weinberge gewartet.

Seines Nachfolgers Conradi sparsamkeit hin-gegen hat dem kloster solchergestalt wieder auf-geholffen/daß es die stadtBaiswejl um lOOvoducaten erkauffen können. Der jetzige Abtwird Johannes genennet.

Vl il perershausen ist ein reich Benedi-Der Hr. «dtctiner-stifft in der Costnitzer Vorstadt an der^A^Rhein-brücken gelegen/ das S .Gebharden/gebohrnen Grafen zu Bregany und Farin-gen und Bischoffen zuCostnuz/A. 980 zumurheber bekommen/und ehemahls von solcheneinkünfftengewesen/ daß7o münche nebst demAbt bequemlich allda lubliMren können. Dererste Abt war Beringer / dessen anderer Nach-folger Alenbold das dorff iLppendorss demstifft zugewandt. Durch ftuer ist es etlichemabl verwüstet worden/sonderlich Ä.is48/da esdie Spanier in brande gestecket; hat gegenwar-tig zum Abt Hn. Franciscum/ und führet in ei-nem schragrechts getheilten schilde einen silber-nen schlüssel im blauen ftlde/und einen blauenfisch in weissem gründe zum wapen.

IX Ursperg ein ?rXM0nÜratenler -kloster Der Hr. Abtund Abtey seit A. I Z49/ da es zuvor nur eineiu Uchers-Probstey gewesen. Dessen läge ist an derMündel zwischen Augspurg und Ulm; diefunäation aber istA .1125 von Gr.Wernhern

zu Schwabeck und Balyhausen geschehen.A. 12OO hat es an Bertholden von Leistenverpfändet gestanden / biß die Münche mithundert marck goldes sich von solcher unter-thanigkeit loßgewircket. Unter denen Pröb-sten hat sich Conrad von Lichtenau/ der A.1240 verstorben / durch seine chromcke einenunsterblichen nahmen erworben/ gleichwie AbtWilhelm von Thanhausen die sonderbahregnade des Römischen stuhls davon getragen/daß er für sich und seine nachkommen mit derinful und güldenem stabe regZIiret worden/welche beyde jetzo träget Hr.Ioftphus.

X Rod/ ingemeu; Münchenrod genannt/Der Hr.«btzwey meiien von Memmingcn an dem zujani' ^ Roy.menfluß der Rod und Haßlach gelegen/erkennet als seine stiffterin Fr. Hemmam /

Freyh. Heinrichs von Wiloenwerck / derzu Freudenberg gewohnet / gemahlin/ wel-che es A. 1126 nach Nortberti regul angeleget;war ehemahls von solchem reichthum/daßzwey hundert Münche darinnen ihren unter-halt gefunden / da es jetzo so wohl durch denvorigen dreyßigjährigen krieg / in welchem esden ortAmendingen mit allen zehnden/ohnehoffnungder Wiedereinlösung/ verkauften müs-sen/ als auch durch eine gedoppelte feuers-Fsf f z brunst