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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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317
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vsm heil. Röm. Reich.

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Höflichkeit bezeugen würde / der !fl!en6eus undpores.tz des Hauses Lüneburg und die MinÄinn,weiche alle gekrönte Häupter und Frey-Staa-ten vor daffelbige trügen/ und ihme den foren-tsrum eingeräumet hätten/ wären wohl vonher coniiclerstton, daß man ihme die -fcen6el tzins Churfürst. Collegium gönnen könre. Indem Fürstlichen hauße mit dero Herren vettern/so wshl im Kreyße bey dem vlreÄ^rsc) wolteund würde man sich so betragen / daß nie-mand weiter dabey zu erinmrn finden würde;wiewohl der ältere herr bruderHcrtzog Geor-ge Wilhelm kein bedencken gefunden / selbstvor diese Chur zu slisbom'en und zu weichen.Es würde sich auch in erinnerung/ daß Her-tzog Henrich der Löwe Churfürst zu Sach-sen gewesen/diese relkaut-Anonem honoris, wel-che durch unglückliche zeiten und kscs verloh-ren worden / zu gönnen mehr ursach als Zwei-fel finden.

/^(z) Der Cronen x-rzntie habe ihre rich-tigkeit überhaupt / nicht aber in allen und je-den stücken / es könte aber doch kein bündi-ger schluß gemacht werden von der Z^smiedes Westphalischen ftiedens auff den itzigenSÄUM ^j?Uaricum, welchen Ihre Kays. Ma-jest.mit Reichssörmlicher communicsrion undcvntcn; des Churfürstlichen Eollegii geübet ha-be/ weil eines mit dem andern keine Verknü-pfung sührete. Es wäre auch so wenig wohlgethan / wann die Fürsten die Cronen zu de-nen dingen / so zwischen Ihrer Kayserl. Ma-jest. aliein / oder samt derselben zwischen demChursürsten-Rathe und denen übrigen Für-sten und Standen vorbey giengen / herein-nöthigen wollen; jetzo aber sey Franckreichdurch den sriedens-bruch und darauff ergan-gene kriegs-6cclarstlon um alle die aus demWestphalischen frieden sonst zugestandeneM-rogakiven und effecten kommen / und habe sichder Neichs-Fürst wohl vorzusehen/ der ietzo ge-gen Ihre Kayserl. Majest. die Frantzöischexarsnris erwecken und Ihre MajestätischenaÄu» damit vernichtigen wolte.

^cl(4) Das interesse der Catholischen reli-gion und 8rsrus pubücchcy denen Reichs'Lol-jeßiis könte keinen anftoß leiden / indem ietzofünffCatholistbe und zwey Protestantische Votaim Collegio wären. Und wann es nach Gat-tes willen zu einer Königs-wahl kommen wür-de/ und Böhmen sein Votum sührete/ so wärensechs Catholische und dxey Evangelische; alsoder erdichtete c-ckus so wenig zu befahren / alshiernechst alles unter göttlicher ^ireÄion stün-de/der Chur > Bayern so viel Prmtzen gebenkönte/als Churfürsten imReiche wären/ auchin der Pfaltz der sali nicht zu besorgeu/dannen-hero die übrige furcht vor einen der Prote-stantischen religion verwandten Kayser so sehrfrühzeitig/ daß darum / als ein futurum incer-

tillimum sur impollib ls couciu^ens, der aÄus

nicht zu-nnuiliren wäre.

/^cl (s) Der geschmackvoll der Veränderungdes harmonischen zustanoes im Reich müstemit vorgefaßter opimon verderbet seyn. Dieerhebung eines wohlverdienten Reichs-Für-sten zum Chur-Fürsten-Stande imporr-re kei-nen 8cstum oligsrchicum. Und so genau diean der zahl wenigen Chur-opjZvnenten wider

diesen slUrmiretwären / sosehr verfielen sie inden Verdacht eines ZikeÄirten 8tZtu8 oÜZsrckici,da ihrer wenig der Kayserl. Maj. und denenwsjoriku, im Churfürstlichen Collegio gleiä)-sam vorschreiben wollen/ wie mit ertheilungder Reichs-ciiguitäten zu verfahren/oder damitinnen zu halten. Nicht zu gedencken/ daß dieReichs-sundamental-gesetze gleichwohl nicht zu-ließen/ daß/ da die Klsjors im ChurfürstlichenCollegio gelten/ man deßhalberguali ex novo

prsejucticio fub colore novirer sttentZti 8rstU5

oliAStcbici beschwerlichen streit und widerspre-chung machen dörffte. So wäre auch dasFürstliche hauß Lüneburg nicht an den Für-sten-Stand mlef>3l^b!emenr verbunden/ wüstevon keiner andern obiiß3tion,als auf der Weltgegen Ihre Kays.Maj. und das Reich/ im übri-gen bliebe ihme die vollkommene freyheit seineconvcmentz zu suchen / und sich der conjuncturenzu prXvsüren. Wegen des §. Zzucjesnr sey eseine vergebliche sorge/ als hergegen auch be-vorstünde/ die ehre und bbe-tät des Fürsten-Standes durch allerhand zuläßliche wege zuwehren.

/.u (6) Daß man ehemahln bedencken ge-habt/das Ertz-Fürstliche hauß Oesterreich zudemChur-Fürstlichen Collegio zu/eÄpiren/ be-ruhe auf andern umständen ; wann aber derKayser samt dem Collegio einig gewesen/ wieitzo/ würde die imfolluÄion so leicht erfolgetseyn/ alsdieconferirung derChur-cüZmtät beygegenwärtigem csfu ihre K»cMtät gefunden,klnd da es mit des Lerülem (?2bors oblstion desKönigreichsHungarn eine so unsichere alsun-practtcirliche fache gewesen / sey kein wunder/daß er seinen zweck dißfalls nicht erlangethabe.

äc! (7) Es wären die alten zeiten von denenneuen wohl zu unterscheiden: denn ehe das Col-legium KltÄoi-üle zu seiner corMentz und manin dem Reiche bey der Kayser-Wahl zu solchensolennen cspimlstionen kommen/also das Reick)aufeinem andern typo gestanden/ sey wohl ingegenwart derer Fürsten von rrzoslsnon dererChuren gehandelt worden : Allerdings dannIhrer Kays. Maj. noch frey und bevorstünde /zu folge des Inttrumenri pscis in wichtigen fa-chen/daraus tumult im Reiche zu besorgen/eini-ger Fürsten rath und Machten neben dem be-dencken des Churfürstlichen Lollc^ii zu reguiri-rem So hätten auch Chur - Sachsen undChur - Brandenburg mit unbeschwerter sc-commoUinmg gegen und mit Kayser Ferdi-nanden 11 in dem Bayerischen Chur - neMiosich so bald gefasset/als wenig die Fürsten sichdarein mei>ret / und hergegen der damahlshochangesehene Landgraf zu Hessen - Darm-stadt öffentlich lleclsnret/es habe der Fürsten-Stand bey der con-oder äeMmcion eines Chur-fürsten nichts zu sprechen : Mit Veränderungder Chur-Sachsen habe Kays. CarlH also ge-bahret / daß er auch mit denen übrigen Chur-fürsten/ viel weniger Fürsten und Standen kei-ne lormsle communicarion gepfiogM habe.Jnmassen denn/ob es nützlich oder nothwendigdas 5o!lexmm MeÄoi-sle zu verjkärcken / alleinausKaysMaj.und des Loile^ü Überlegung an-käme. So sey auch die Versammlung zu Os-nabrück und Münster kein Reichs-Convent ge-Rr z wesen/