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Das Guadenbild ist aus einem Stück weißen Sandsteins verfertigt,fünf Centner schwer, drei Fuß neun Zoll hoch, zwei Fuß acht Zoll breitund stellt vier heilige Personen dar. In der Mitte sitzt die schmerzhafteMutter Gottes, aus ihrem jungfräulichen Schooße und rechten Arme liegtder vom Kreuze herabgenommene heilige Leichnam Jesu, zur linken Seitesteht höchst betrübt der vielgeliebte Johannes, zur rechten knieet die viel-liebende Magdalena, welche den rechten Arm des Herrn umfaßt.
Im Jahre 1508 wurde ein Jüngling aus Verdun von seinen Elternhierhin gebracht, welcher des Gebrauches seiner Glieder beraubt war. Nachanscheinend vergeblichem eifrigem Gebete kehrten die frommen Eltern weinendnach Hause zurück. Wie groß aber war ihr Erstaunen, als bald daraufder Kranke völlig geheilt sein Lager verließ. — Im Jahre 1621 wurdeJohann Klüsserath, Küfer aus Trier, des Gebrauches seiner Glieder der-maßen beraubt, daß er ohne Krücken nicht mehr fortkommen konnte. Dadas Uebel von Tag zu Tag zunahm, ließ er sich endlich ganz verzagt undtrostlos theils zu Pferd, theils auf einem Karren zu seinem Bruder, demPfarrer von Klüsserath bringen. Dieser bestärkte ihn in seinem Vorhaben,die Hülfe Mariens anzuflehen und begleitete ihn selbst nach Eberhardsklausen,wo der Unglückliche auch Hülfe fand. Voll Dankbarkeit hängte er seineKrücken an die Wand und pries Maria Zeit seines Lebens.
Die schwarze Mutter Gottes zu Windhausen.
n einer der romantischsten Gegenden des Hunsrückens, unweit desalten Burgschlosses Schöneck und 1^ Stunden von Boppardentfernt liegt auf einer Bergfläche die von andächtigen Betern fast täglichbesuchte Marienkirche zu Windhausen, einem aus 5 niedrigen und kleinenWohnhäusern bestehenden Filialörtchen von Herwiesen im Kreise St. Goar,Regierungsbezirk Koblenz.
In den siebenziger Jahren des vorigen Jahrhunderts lebte auf einemSchloßgute zu Windhausen als Pächter ein frommer und fleißiger Ackers-mann, Namens Peter Becker. Schon seine Eltern zeichneten sich durchFrömmigkeit aus und er trat in ihre Fußstapfen. Ein inniger Verehrer derseligsten Jungfrau litt Peter an einem bösartigen Geschwüre und um vondemselben geheilt zu werden, wallfahrtete er öfter zu einem schwarzen Mutter-gottesbilde in dem Koblenzer Walde, um dort zu beten und gleich vielenAndern Hülfe zu erlangen, denn an diesem besonderen Orte hatte Gott ausdie Fürbitte seiner Mutter hin häufige Wunder gewirkt.
Peter Becker wiederholte seine Bittgänge oft und um leichter Erhörungzu finden, gelobte er, zu Windhausen ein ähnliches Muttergottesbild in einer