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2: 1887
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Das Gnadenbild, ein in einen silbernen Rahmen gefaßtes etwa zweiFuß hohes und ein Fuß breites Gemälde, ist vor dem Altarblatte über demTabernakel befestigt und stellt die heil. Jungfrau Maria als Brustbild inbetender Stellung dar. Das gegen die rechte Schulter geneigte Haupt, andem unter einem weißen Schleier schöne schwarze Locken hervortreten, diehalb geschlossenen, niedergeschlagenen Augen, die gegen das Antlitz gefaltetenHände geben den Ausdruck in Gott versunkener Andacht.

Die Besucher dieser Wallfahrtskirche kommen theils einzeln, theils ingroßen Zügen, vorzüglich aus den umgrenzenden Waldpfarreien, aus Passau,dann auch aus weiterer Ferne, besonders dem Mühlviertel und aus Böhmen;selbst von Linz kommt jährlich ein Wallfahrerzug. Außer jenen Wallfahrernderen eigentliches und letztes Ziel Büchlberg ist, kommen auch noch viele,die von hier ihre Wallfahrt nach Hals, Jlzstadt und Mariahilf bei Passaufortsetzen, was besonders zur Michaelizeit geschieht.

Von den zahlreichen Wundern, welche von hier berichtet werden, sollenfolgende Erwähnung finden: Am 29. Juli 1780 bekennt die LebzeltersgattinN. Friedl von Waldkirchen, daß ihr ein halb Jahr altes Kind, das miteinem offenstehenden Auge zur Welt gekommen, in Folge eines Gelöbnisseszum Gnadenbilde Mariens in Büchlberg geheilt wurde. — Am 16. August1781 opferte Thercs Perzl, Wirthin in Jnstadt, eine silberne Ampel inForm eines Herzenz, weil sie im Wochenbette durch Anrufung der seligstenJungfrau Maria von einem gefährlichen Zustande war befreit worden. —Am 11. September 1784 verrichteten Fr. Fidel Lederer, Doktor der Philo-sophie und Medizin, Stadtphpsikus zu Vilshofen und seine Frau JosephaJuditha die von Letzterer in Geburtsnöthen angelobte Wallfahrt, da sie,nachdem bereits alle menschliche Hülfe aufgegeben war und sich bereits derBrand eingestellt hatte, sogleich nach gemachtem Gelübde glücklich gerettetworden war. — Am 1. April 1788 verrichtete Maria Aichcr von Ober-hansen ihre Wallfahrt. Ihr stockblind zur Welt geborenes Mädchen hatteim Alter von zwei Jahren, als sie eine Wallfahrt nach Büchlberg gelobte,das Gesicht erlangt. — In der Wallfahrtskirche befand sich ein in Silbergefaßtes Stück Fleisch von der Größe eines Daumens mit einem Zettelfolgenden Inhalts: „Der Maria Anna Ascher aus Breitenberg ist dies StückFleisch zwei Stunden lang im Hals stecken geblieben. Als sie sich nachBüchlberg verlobte und ein Muttergottesbild von Büchlberg vor den Mund hielt,siel es heraus." Wenn ähnliche Vorfälle in späterer Zeit auch nicht mehraufgezeichnet wurden, so beweisen doch die von jeher in der Wallfahrtskirchevorhandenen Votivtafeln, die wegen ihrer Ueberzahl zum Theil verbranntwerden mußten, daß das Vertrauen der Wallfahrer zu der in Büchlbergverehrten Gottesmutter fortwährend durch Befreiung von großen irdischenLeiden und Drangsalen belohnt wurde.