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2: 1887
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knaben bei Sturm und Regen zum Nothdach gedient hatte. An der Stelledieses abgestorbenen Stammes pflanzte Jakob Mayer, Bauer der benach-barten Hofmark Tocham, eine junge Linde, welche schnell empor wuchs unddie der Pflanzer dadurch besonders zu schützen suchte, daß er vier starkePfähle um dieselbe in die Erde einrammte und zwischen denselben einenfesten Zaun errichtete. Dieser sehr schöne und bald blühende Lindenbaumward in der Folge von dem Allerhöchsten dazu bestimmt, ein Gnadensitzsemer gebenedeiten Mutter zu werden und mit seinen Zweigen eine duftreicheLaubkapelle für diejenige zu bilden, welche hinfort die gnadenreiche, mildeund allgeliebte Beschützerin des ganzen zu ihren Füßen liegenden Rotthaleswerden sollte.

Die umliegenden Bewohner brachten zu der schönen Linde auf demKronberg Bilder und Täfelchen von ihren Hausaltären mit, hingen sie andie Umzäunung des Baumes auf und verrichteten vor denselben ihre Andacht.Durch die gespendeten Opfer ward es dem frommen Bauersmann JohannMayer bald möglich, ein ärmliches Hüttchen unter der Linde zu errichten,in welchem er dann die gespendeten Bilder und unter diesen namentlich einbesonders verehrtes Liebfrauenbild aufhängte. Eine wunderbare Begebenheit,die sich an dasselbe knüpfte, verbreitete bald den Ruf desselben als Gnaden- 'bild in der weiten Umgebung. Im Jahre 1686, als dieses elende Hüttchenunter dem schönen Lindenbaume noch stand, lebte im Bruderhause zu Gries-bach eine arme Weibsperson, die an allen Gliedern ganz contrakt war undsich mit zwei Krücken fortschleppen mußte. In dieser ihrer bemitlcidens-werthen Lage hatte sie sich zwar um Hülfe an „unsere liebe Frau von derHeimsuchung" nach Langcnwinkel bei Asbach verlobt, wurde jedoch durch Alterund Schwäche an der Ausführung ihres frommen Gelöbnisses gehindert. Dagedachte sie ihr Gelübde in der Weise zu lösen, daß sie auf den nahenKronberg ging und sich in inbrünstigem Flehen an die Mutter der Betrübtenwandte. Und siehe! Zur Stunde war sie vollkommen gesund.

Die Kunde von diesem Wunder verbreitete sich sogleich in der ganzenUmgegend. Das Vertrauen und die Andacht zur Muttergottes auf demKronberg nahm nun bedeutend zu und durch die vielen Opfergabeu konnteder Bauer Mayer 1687 eine größere Hütte bauen, welche acht bis zehnAndächtige faßte. Da bediente sich der Herr eines schwerbedrängten Bürgersvon Griesbach, Namens Daniel Wagner, um die Wallfahrt auf dem Kron-berg noch mehr zu fördern. Daniel Wagner, ein Tischlermeister, wurde imJahre 1688 von so heftigen Kopfschmerzen befallen, daß er nicht auf dieErde niederschaucn konnte. In dieser Qual wandte wer sich vergebens andie ärztliche Hülfe. Da ihn an einem Abende sein Weg an Kronberg vorbeiführte, wollte er in der Kapelle ein wenig ausruhen. Dort gelobte erwenn er von seinem schrecklichen Uebel befreit würde, so wolle er hierher einMarienbild — Maria Schutz genannt — malen lassen, welches dem Gnaden-