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2 (1891) Die Handschriften in Quarto und Oktavo
Entstehung
Seite
63
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Histor. Handschriften in Quarto Nr. 141. 63

141.

Pap., XVI. bezw. XV. Jahrh., 63 S. Text nebst 5 Doppel-tafeln aus Pergament, welche (anschliessend an die dem. Textfolgenden leeren Seiten) mit den Seitenzahlen 19 — 98 bezeichnetsind. Pergamentdecke, zu welcher eine Urkunde vom J. 1461

verwendet ist.

Ritter Georgs von Ehingen (geb. 1428, gest. 1508) Selbstbiographie,

Dem titellosen Buche gehen voran (S. 1 — 13) Notizen ans der Ge-schichte derer von Ehingen, worin von Ritter Georg als dem „HerrnJörg" in dritter Person gesprochen wird und die Glieder seines Geschlechtsbis zu seinem Grossvater Burekart (mit dem Zopf) zurück behandelt sind.Als Verfasser dieser kurzen Notizen bezeichnet Dom. Custodis in der späterzu erwähnenden Ausgabe (Widmung, Rückseite) den Deutschordeus-KomturSigmund v. Harnstein, einen Enkel des Ritters Georg, welcher nach 1577gestorben sein muss. Die hieran sich anschliessende und von derselbenHand geschriebene Selbstbiographie Georgs geht bloss bis zum J. 1458,somit nicht ganz bis zum Ende seiner grossen Ritterfahrt, nach welcherGeorg noch 50 Jahre lebte ('s. Hegd, Georg v. Ehingen in der Alfg. deutsch.Biogr. 5, 695- (107). Der Handschrift sind 9 Darstellungen von Fürstendamaliger Zeit, wohl nach Angaben oder Skizzen des Ritters von Künstler-hand gemalt, beigegeben: ganze Figuren mit den Wappen zur Seite, alsKostümbilder von Wert.

Als einleitende Worte liest man S. 83 von einer Hand des 15. Jahrh.:Item diss nach geinaulten figuren der küng haut laussen machen jörgvon Ehingen ritter, wan er sy selbs persönlichen al gesehen hat indem jar alss man zalt von cristus gehurt tusent vierhundert funffzig und11IIJ jär — 1455. Da auch die den einzelnen Porträten beigeschriebenenNamen und Titel eine Hand des 15. Jahrh. verraten, so ist klar, dass derdie Bilder enthaltende Teil der Handschrift aus viel früherer Zeit stammtals der in später Abschrift vorliegende Text der Familienchronik und derBiographie. Ohne Zweifel haben wir in den Fürstenbildern die Arbeit desvon dem Ritter damit betrauten Malers vor uns. Gleichfalls farbige Bild-nisse derselben Fürsten (und überdies des Kaisers Friedrich III.) sind ein-geklebt in die von Nikodemus Frischlin verfasste Familienchronik des HausesEhingen, welche als Handschrift nr. 07 (mit Widmung vom J. 1579) imfür&tl. Hohenzollernschen Museum zu Sigmaringen liegt (vergl. LehnersVerzeichnis der Handschriften dieses Museums 1872 S. 42). LebensgrosseBilder derselben Fürsten waren früher im Rittersaule und sind jetzt in