1086 GL Nr. 3115 — 3116.
3115. Giaclnto Gimignani, Maler und Radircr, geb. zu Pistoja/\^ x, 18H i ß est - '881. Schüler vom Poussin und Pictro da Cortona,4*,$ machte er sich besonders durch Werke In Fresco einen Namen,und daher findet, man selten Oclbilder in Sammlungen. Dagegen hinter-liess er rndirte Blatter mit historischen Compositionon, welche zierlichbehandelt sind, wenn sie auch keinen feineu Geschmack in der Zeich-nung verrathen. Bartsch XX. p. 195 ff. beschreibt 27 Blätter, undhält damit das Werk für vollständig, was jedoch nicht der Fall ist.Ein Theil dieser geistreichen Hadirungcn ist mit dein Namen bezeichnet,und nur auf den wonigsten kommt das Monogramm vor. Die BlätterNo. 1 — 7 können dem Verzeichnisse von Bartsch beigefügt werden.Ilclierdiess bemerken wir nur im Allgemeinen, dass die Abdrücke mitder Adresse des Matteo di Giudici zweiter Art seien. Sie wurden vonBartsch nicht genau unterschieden.
1) Der beil. Felix in Verehrung des Jesuskindes 1640. DieseVorstellung ist verschieden von jener bei Bartsch No. 5. Auch ist dasBlatt kleiner. Wcigel's Catalog No. 13,794.
2) Das Glück, wio es die Unwissenheit begünstiget, und das Ver-dienst zurückweiset. Links unten: llyacinthus Gimignanus Piitoial'ing. meid. 1 072. II. 10 Z. Br. 14 Z. 2 L. Dieses sehr seltene Blattbeschreibt Brulliot I. No. 2143.
3 — 6) Die vier Jahreszeiten, unter mythologischen Figuren inLandschaften. Rund, Durchmesser 4 Z. 11 L. Diese Blätter sindohne Zeichen, und kommen selten vor. Man könnte sie zu den Kinder-spielen legen.
3) Der Frühling. Acht ringende Liebesgötter.
4) Der Sommer. Vier Liebesgötter, jener rechts mit einem fliegen-den Gewände.
5) Der Herbst. Bacchus mit der Traube in Begleitung dreierAmoretten.
6) Der Winter. Ein schlafender Greis mit zwei Genien, und einerFrau rechts des Blattes.
7) [B. No. 8 — 19.] Die Kinderspiele, in folgenden Abdrücken:
I. Vor der Inschrift auf dem ersten Blatte: Scherzi e givochi divertide putti etc., nur mit dem Künstlernamen und der Dcdication :Jacinlo Gimignani de Pisloia Pillnre de.dica in segno del suo humi-Ussimo otsequio IHM. Auf jedem Blatte steht: C. P. S. l'ont.,die Nummern 1 - 12 fehlen aber.
II. Mit der Inschrift: Scherzi etc., und mit den Nummern.
8) [li. No. 20.) Der Raub der Sabinerinr.en, reiche Composition inPoussin's Weise. Fries von zwei Platten. II. 5 '/,. (iL. Br. 37 Z. 6 L.
I. Mit der Schrift: l'ing. et ineid. KiW). llyacintus GimignanntPislorii.n.
II. Links unten mit der Schrift: Petrus Bcrretinui Corton. pinxit.Bartsch kennt nur einen Abdruck mit der ersten Inschrift, eskommen aber auch Exemplar« mit P. Berrctini's Namen vor.Diese scheinen zweiten Druckes zu seyn, bei welcher Gelegen-heit wahrscheinlich der Name des Pietro da Cortona beigefügtwurde, da die Composition an die Weise Poussin's erinnert.Gimignani war nämlich anfangs Schüler dieses Meisters.
3116. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1522 bis 1530 in
a Deutschland (fettig war. Er arbeitete im Fache der Orna-
(fc) mentik, und hinterlicss eine bedeutende Anzahl von Blättern,
/ V welche geschmackvolle Muster für die Kunstindustric enthalten.