G I. Kr. 3101. 1081
mit der verkehrten Jahrzahl 1722 ist rechts unten im Boden. DieTempelruincn sind aus Osscnhcck's Blatt mit dem Cnnipo vaccino, unddie Binnen rechts mit den beiden Beitern aus einer Badirung desJ. J. Ermols entnommen. II. 5 Z. 10 L. Br. 8 Z.
5) Landschaft, rechts mit alten Gebäuden und dem Tempel derSibylle bei Tivoli, links eine Gruppe von Bäumen, und daneben zweiSchäfer mit vier Schafen. Links unten in der Ecke bemerkt mau nachFrcnzol, Catalog Sternberg III. No. 4180, das zweite Zeichen. II. 5 Z.3 L. Br. 7 Z. In der Stcrnberg'scheu Sammlung war ein blau ge-drucktes Exemplar.
6) Landschaft mit Gebäuden und einem runden Thurme links desBlattes. Neben der im Vorgrunde sich erhebenden Gruppe von dreiBäumen ruhen zwei Hirten und eine Schäferin , und neben letztererbemerkt mau drei Schafe und eine Ziege. Unten links steht der Nameverkehrt, aber undeutlich. II. 5 Z. 2 L. Br. 7 Z.
7) Hirten bei Ruinen, rechts der Sibyllcntempel in Tivoli. Unten:(lerh. Janssen fecit Wien, kl. qu. fol.
3101. Jakob Guckeysen, Kunstschreiner und Kupferstecher vonf*^ (\> Cölu, war in Strassburg Schiller des Architekten .loh Schnell,CÜ t 1 und erlangte daselbst schon vor 1596 das Bürgerrecht. Guck-jfy (\< eysen ist nicht so fast als Schreiner, sondern durch WerkeV, \\ bekannt, in welchen er Musterblättcr für Ebenisten und Bau-meister lieferte. Diese Blätter sind sehr gut radirt, und geboren allezu den Seltenheiten. Ueberdiess soll er auch Bildnisse, geschichtlicheVorstellungen und Titelblätter gestochen haben. Guckeysen bedientesich verschiedener Zeichen, welche wir hier zusammenstellen, obgleichsie von einander abweichen, so dass sie nicht in einem und denselbenArtikel gesucht werden dürften. Auch der Initialen / G bediente er sich.Das erste der obigen Zeichen findet man auf Blättern einesWerkes, welches Merlo , Kunst und Künstler in Cöln S. 182, nichtkennt. Es bat den Titel: Schwei/f Ruch, welches im Verlage des JohannBüchsenmacher (liuchsemecher, llusscmachor) in Cöln erschien, fol.Auf dem radirten und gestochenen Titel kommt das erste Zeichen vor.Dann folgt ein Dcdicationsblatt an den Schreiner Jakob Riebcl inStrasburg von 1598, und auf 25 weiteren radirten Blättern folgenallerlei Ornamente zum Einlegen und zur Verzierung von Meubeln.Sie sind thcils mit dem Monogramme des J. Guckeysen und HansJakob Ebelmann, thcils mit dem Namen dieser Künstler verseben.Kbclnmnn's Monogramm müssen wir aber unter HIB bringen. Paszweite Zeichen befindet sich auf Radirungen einer Folge von sechsBlättern mit Mustern zur Verzierung der Vorderseiten von Kästen(Frontons) , qu. fol. Auf dem ersten Blatte steht: iauor ovckbiskninvkntvr anno 151)9, und unten: In amplissima Vbiorum Colonioexeudit Julian liuchsemecher. Anno Salutis 1099.
Das dritte Zeichen ist auf einem Blatte, welches den GrafenWolfgang von Oastoll mit der Fahne des Markgrafen von Brandenburgvorstellt. Hinter ihm reitet Christoph von liärtlein auf dem Leihrossedes Markgrafen, qu. fol. Diese Vorstellung gehört zu einer Folge von44 Blättern, welche in einer Länge von 40 Fuss den Leichenzug desMarkgrafen Georg Friedrich von Brandenburg vorstellen. Auf demersten Blatte ist die Kurze Lebensgeschichte des Verstorbenen beige-fügt, und dann folgt der Titel des Werkes: Warhaffte Beschreibung vndiibriss deren bey der kläglichen vnd traurigen Leicht des Uurchleuchligslcnllochijebornen Fürsten vnd Herrn Georgen Fridrichs Mnrggrafen zu Bran-denburg etc. elc gehaltenen Procession. Auf jedem Blatte ist unten eine