Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
981
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GB. Nr. 2766. 981

Richtungen hin verbreiteten, und die deutsche Xylographie der eng-lischen ebenbürtig machten. Gubitz selbst nahm mehr als vierzig Jahredie erste Stelle ein, und er konnte unzählige Male das Lob hören undlesen, dass seine Blätter an Schärfe und Zartheit des Schnittes denenglischen Holzschnitten nicht nur gleichkommen, sondern theils die-•sclben auch noch übertreffen. Gubitz führte das Messer und denGrabstichel allerdings mit grosser Sicherheit, und wusste ein zartesBild zu geben, seine Blätter sind aber monoton, und entbehren derniiilerischen Wirkung. Seine bessten Schüler haben sich längst eman-cipirt, und es wirkt jetzt am Sitze seiner Schule eine Generation, welchein Wahrheit der englischen Xylographie die Waagschale hält. WasKretzschmar mit Adolph Menzel, dann Unzelmann, Vogel und andereFormschneidcr in Berlin geleistet haben, ist bekannt, und wir findenGelegenheit, an verschiedenen Stellen darauf zurückzukommen. Uebrigensmachte auch Gubitz Epoche, und sein Verdienst ist um so höheranzuschlagen, als er keine namhafte Schule vorgefunden hatte, sondernselbst eine solche gründen musste. Die aus seiner Anstalt hervorge-gangenen, mit rtthmenswerther Sauberkeit ausgeführten Bücher-Illustra-tionen sind fast zahllos, da er viele Gehülfen hatte, unter welchen seinSohn Anton Gubitz nicht nur an Kunst, sondern auch als Schriftstellerhervorragte. Doch auch Gubitz der Vater war ein Mann von gelehrterBildung, indem er, wie Anton Gubitz, welcher 1857 starb, in allenFächern des Wissens sich versuchte. Im deutschen Volkskalender, undim Jahrbuch des Nützlichen und Unterhaltenden, welche von 1834 anregelmässig erschienen, findet man eine Menge von Aufsätzen undAbhandlungen von den beiden Gubitz. Ein jeder Jahrgang dieser be-lehrenden Volksbücher zählt auch mehr als hundert Holzschnitte desverschiedensten Inhalts, und darunter auch solche nach berühmten Ge-mälden und Zeichnungen neuerer Künstler. Früher als diese Werkegründete F. W. Gubitz den Gesellschafter, welcher 1840 den vierund-zwanzigsten Jahrgang zählte. Jeder Jahrgang enthält 272 Blätter mitbelletristischen und literarischen Beiträgen der genannten Künstler.Wir zählen unten noch andere Werke mit Illustrationen von Gubitzund seiner Schule auf, und machen hier nur noch auf seine Versucheim Buntdrucke aufmerksam, welchen er durch mehrere Platten bewirkte.Zu den früheren Blättern gehört sein segnender Christus nach LukasCranach von neun Platten. Aus dem Stammbuche, H. 13 Z. Br. 10 Z.Als eines seiner Meisterstücke der späteren Zeit ist das Bildniss derGräfin Sophie Wilhelmino Marie von Voss zu nennen. Es ist mit achtPlatten farbig gedruckt. It. 14 Z. Br. 11 Z. 3 L. Die einfachenHolzschnitte in den erwähnten und den folgenden Werken können wirnicht aufzählen, da die grösstc Zahl von Gehülfen unter seiner Leitungausgeführt wurde. Man findet auch nur auf einzelnen Blättern dieBuchstaben G B, und nicht auf den grössten. Ausser den Buntdruckenerwähnen wir des ansehnlichen Formates wegen als eigenhändig nurnoch die Waldlandschaft mit Abendbeleuchtung. H. 13 Z. Br. 10 Z.Schön ist auch die Gebirgslandschaft mit Reisenden nach Jan Both,qu. 8. Besonders gerühmt wurde seine Landschaft mit Wasserfall nachKiengel. Dazu kommen zwei Schweizer Landschaften mit Figuren inHelldunkel, 10. 8. -------------

Gubitz gründete eine eigene Verlagshandlung, und in dieser er-schienen seine zahlreichen Werke.

Wohlfeilste Volksbildergallerie, enthaltend Bildnisse ausgezeichneterPersonen und Darstellunger» nach vorzüglichen Gemälden in Holzschnittenvon F. W. Gubitz. Berlin 1834 ff., 8. Im Jahre 1851 erschien das acht-undzwanzigste Heft, im Ganzen 224 Blätter.