G B. Nr. 2751 - 2753. 977
nach London kam, und daselbst Blatter in Mezzotinto geliefert habensoll. Dass ein C. Bookman oder Bochman zu jener Zeit in Londonthätig war, ist gewiss. B. Weigel erwähnt im Kunstkatalog No. 6093das Bildniss des bekannten Schriftstellers Robert Walpolo nach T. Gibsonvon der Hand dieses Meisters. H. 13 Z. 8 L. Br. 9 Z. 9 L. Das zweitevon Brulliot I. No. 939 beigebrachte Monogramm kann man ihm abernur muthmasslich zuschreiben. Man findet es auf einem Sehwarzkunst-blattc nach J. Vogelsang, oder richtiger Vogelesanck. Es stellt eineLandschaft mit einer liegenden Kuh und mit Schafen vor. Neben derersteren steht das Milchmadehen, fast in Mitte des Blattes. Graf L. deLaborde übergeht den G. Bookman, und kennt auch das Monogrammnicht. Anderwärts findet man dagegen angegeben, dass der Mono-grammist G B zwei Landschaften nach J. Vogelesanck geschabt habe,welche als Morgen und Abend betitelt worden, kl. fol. Diese Blättermüssen vor 1732 entstanden soyn, indem in diesem Jahre Vogelesanckfür immer London verliess.
Heller bemerkt, dass man das erste Zeichen auch dem JohannBronckhorst zuschreibe. Vgl. den vorhergehenden Artikel.
2751. Bartolomeo Gazalis, Kupferstecher, war um 1720—1730 in•T. Mailand thätig. Er radirto mehrere Blätter nach Zeichnungen«AJ des Alessandro Magnasco, auf welchen das Zeichen thcils allein,thcils in Verbindung mit dem Namen vorkommt. Sic sind sehr kühnund geistreich behandelt, so wie es eben die flüchtig hingeworfenenZeichnungen Magnasco's erfordern.
2752. Unbekannter Formschneider, über dessen Existenz Brulliot
6n II. No. 936 keinen sicheren Nachweis geben konnte. ManI) soll diese Buchstaben auf Holzschnitten finden, welche demBernard Salomon zugeschrieben wurden. Der genannte Schriftstellersah aber nie ein Hlatt mit den gegebenen Initialen, und konnte daherdie Richtigkeit der Angabe nicht bestätigen. Auch wir müssen dasFeld einem glücklicheren Forscher überlassen, lieber Bernnrdus Gallus,d. i. Bornard Salomon haben wir im ersten Bande No. 1854 gehandelt.
2753. Georg Böhm, ein sächsischer Maler, wird zu den Schülerndes älteren Lukas Cranach gezählt, undman will ihm Gemälde zuschreiben, welcheursprünglich den oberen Saal des altenRathhauBcs in Dresden zierton. Es sinddiess zehn Tafeln mit bildlichen Vorstell-ungen der zehn Gebote des Herrn. Siegehören aber mehr dem Genre, als der
^istoric an, indem die Figuren im Co-Blüme der Zeit des Künstlers erscheinen.Auf jedem Gemälde kehren fünf Portraitcwieder, und man könnte sie für jene vonRathsmitgliedern halten. Eines der Bilderträgt das gegebene Zeichen in doppelterGrösse und über dem Schilde steht: anno dni IBM, Alle diese Ge-mälde haben nur im Aeusscrn etwas von flranach's Schule, im GanzenBind sie aber von geringem Wcrtho. Sie blieben bis 1707 an der altenStelle wurden aber dann auf den Boden des neuen Rathhauses ge-bracht Hier blieben sie unbeachtet, bis 1844 der sächsische Alterthnms-vorcin die Bilder erwarb, und selbe reinigen liess. Das obige Fac-simile entnahmen wir dem dritten Hefte der Mittheilungen des k. säch-sichen Vereins für Erforschung und Erhaltung der vaterländischenAltcrthümer. Dresden 1846, S. 2.
Monogriuamlltsn Bd. II.