Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
901
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FSW. Nr. 2507. 901

die Buchstaben F. S. W. mit einiger Wahrscheinlichkeit gedeutet werdenkönnten. Unter dem Jahre 1547 ist ein Simon Wagigel eingetragen,er scheint aber in jenem Jahre gestorben zu seyn. Einer der untenbeschriebenen Holzschnitte trägt aber die Jahrzahl 1553. Es könntenindessen zwei Künstler F. S. W. angenommen werden, da ein Blatt mitdiesen Buchstaben in einem Werke von 1516 vorkommt.

1) Die Schutzheiligen von Augsburg, St. Simbertus, St. Ulrich undSt. Afra mit Attributen. Sie stehen zwischen zwei Pfeilern, an welchenlinks die Heiligen Benedikt und Narcissus, rechts St. Scholastica undSt. Dionysius in kleinen Figuren über einander angebracht sind. Hinterden Hauptfiguren ist ein Teppich gespannt, und in der Mitte unterdiesem sieht man zwei Engel. Im oberen Räume sind der verkündendeEngel und die hl. Jungfrau vorgestellt, und unten drei grosse Wappeneingeschnitten. Diese Vorstellung, welche wahrscheinlich von HansBurkmair gezeichnet ist, kommt ursprünglich in folgendem Werke vor:Gloriosorum Christi confessorum Vdalrici et Symperti. nee non beatissimae«nartyris Aphre Vita etc. Aug. Vind. 1516, 4. Die Platte wurde aberauch noch viel später benutzt, wenn nicht nachgeschnitten. Man findetnämlich Abdrücke mit fünf Wappen. Zwischen dem ersten und zweitender grossen Wappen ist ein kleineres, jenes des Abtes Johann Merkvon St. Ulrich, welcher 1600 auf Jakob Kopiin folgte. Gegenüber iste in von zwei Engeln gehaltenes Schild mit einem Benediktuskreuz,und unten sind die ersten Initialen eingeschnitten. Ein neuer Abdruckv on dieser Platte ist in G. C. Metzger's Schrift: Augsburgs ältesteDruckdenkmale und Formschneidearbeiten. Augsburg 1840. Metzger hältdie noch vorhandene Platte für einen Nachschnitt aus der Zeit desAbtes Merk (1600— 1632), allein das Wappen desselben kann auchspäter eingeschnitten worden seyn. Der Schnitt ist indessen von mittel-mässiger Arbeit. H. 16 Z. 6 L. Br. 12 Z. 8 L.

2) Allegorie auf den Streit der Protestanten gegen die Katholikennach der Angabe des Dominikaners Joh. Faber von Heilbronn. Obenin den Wolken erscheinen die drei göttlichen Personen mit den Aposteln,und in der Nische eines Gebäudes sitzt eine weibliche Figur mit Kroneund Scepter. Die eingeschnittene Schrift lautet: Charitas. Spes vnafides. Vor dem Gebäude ist nach abwärts Geschütz aufgepflanzt, nachwelchem die unteren Kanonen gerichtet sind. Vor den Mündungenderselben sind Uibclsprüche eingeschnitten , und über fünf Figuren-gruppen stehen die Worte: Lutherani, Zvvingliani, Anabaptistae, Jvdaei,Tvrci. Zu unterst links ist der Höllenrachen, in welchem nach denUcberschriften Arius, Donatus, Vigilantius, Jovinianus und Aeriushausen. Rechts unten steht: F. Joan. Faber ab Hailbrun — D. DictabatMD IUI. Das Bild umgibt eine verzierte Einfassung, und im Randederselben sind die zweiten Initialen beigefügt. In vier Blättern, Höhe28 Z. 2 L. Breite 19 Z. 9 L.

3) Die Madonna mit dem Kinde auf dem Halbmonde stehend voneiner Strahlengloric umgeben, in einer Einfassung aus verschlungenenAesten mit Blättern. Mit den dritten Buchstaben. Höhe 4 Z. 3 LBreite 3 Z. 5 L.

Dieses Blatt ist besser, als die beiden anderen, und kommt imalten Drucke wahrscheinlich in einem Buche vor. Neuere Abdrückeder noch vorhandenen Platte sind in Augsburgs Formschneider-Arbeitenaus dem XV. und XVI. Jahrhundert. Augsburg 1029, fol. Auch in derNo. 1 erwähnten Schrift des Professors Metzger sind Abdrücke bei-gefügt.