Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
860
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860 F R. Nr. 2373 — 2374.

auf dem Rücken einen Thurm, an welchem der Schild mit dem Mono-gramme angebracht ist. Die rechts und links sich erhebenden Bäumemit phantastischem Laubwerk bilden ein Gewölbe über dem Thicre.II. 3 Z. 9 L Br. 2 Z. 8 L. Auf kleineren Vignetten stehen dieBuchstabon F. R. getrennt in einem einfachen Schilde. Ein solcher istbei Rothscholtz, Insiynia Bibliopolarum etc. No. 177, und bei BrulliotI. No. 2061 schlecht nachgebildet. II. 1 Z. 8 L. Br. 1 Z. 3 L.

Die Druckerei und Buchhandlung des F. Rognault ging in denBesitz des Pierre Rcgnault über, welcher in seinem Signet ebenfallsden Elcphanten , aber ohne Wappenschild führte. Bei ihm erschien1540 eine mit Holzschnitten illustrirtc Bibel, über welche wir unterI'R. handeln.

2373. Marco oder Silvestro da Ravenna soll nach Christ, Monogr.-k Erklärung S. 347, Kupferstiche nach Rafael mit dem

4& _jw ersten Monogramme bezeichnet haben. So lesen wir

i l\ au< * ' )c ' H e U er i Monogr.-Lexicon S. 136 , und bei

►--^ 4^, Brulliot I. No. 2061 , Christ ist sich aber nicht klar,

1 V- 1 , TTv. und scheint nur den einfachen römischen Buchstaben

/{ auf alten Kupferstichen auf den genannten Meister und auf Rafael

deuten zu wollen, indem er noch weiter beifügt, dass der Buchstabe R.

welchem er die Form unsers ersten Zeichens gibt, auch auf neueren

deutschon Blättern vorkomme. Der genannte Schriftsteller hatte wohl

die Verlagsvignotten des Theodosius Rihel von Strassburg im Sinne,

auf welchen das von Brulliot gegebene zweite Zeichen vorkommt.

Th. Rihel war Buchdrucker und Buchhändler, und entwickelte um die

Mitte des 16. Jahrhunderts grosso Thätigkoit. In den obigen Zeichen

tritt das V nicht entschieden hervor, und wir werden daher unter /{

einen Rückweis geben.

2374. Glacomo Rocca, Maler von Rom, der Schüler des Daniel>_x^ da Voltcrra, soll nach Brulliot I. No. 1947 Zeichnungen mit

4-^ diesem Monogramme versehen haben. Der genannte Schrift-Wj steller beruft sich auf eine handschriftliche Notiz des bekanntenKunstsammlcrs Hazard, hat aber selbst keine der fraglichen Zeichnungengesehen. Rocca war bekanntlich kein erfindungsreicher Künstler, under scheint daher wenige Zeichnungen von eigener Composition hinter-lassen zu haben. Man weiss im Gegcnthoile, dass er Zeichnungenseines Meisters und des Michel Angelo benützte. Eine grosse Anzahlvon Zeichnungen des letzteren üborliess er dem Giuseppe Cesari d' Ar-pino, mit welchem Rocca einige Zeit gearbeitet hatte. Wenn daher dasMonogramm auf Zeichnungen vorkommt, so ist vielleicht ein Thcil vonder Hand des Michel Angelo, oder des Daniel da Voltcrra, und Roccafügte wohl nur zum Zeichen des Besitzes ein Monogramm bei. Erstarb nach 1594.

In einem Auktionskataloge von J. M. Heberlc, Cöln 1855 No. 1004,ist ein radirtes Blatt mit der Danac angezeigt, welches oben in derEcke das verkehrt stehende Monogramm /. R. F. mit der Jahrzahl ifiOtenthält, qu. fol. Es soll von einem italienischen Meister herrühren.Aus dem oben gegebenen Monogramme kann man ebenfalls die Buch-staben I.F.R. herausfinden, und vielleicht hat das Zeichen mit demobigen Aehnlichkeit. Es fragt sich aber, ob Rocca 1604 noch amLeben war, und ob er als alter Manu noch die Radirnadel zur Handnehmen wollte. Es ist aber auch nicht ausgemacht, dass das gegebeneZeichen dem G. Rocca wirklich angehöre.