F P. Nr. 2333. 847
einen Musterschnitt für den Gehülfen zu sehen. Ein solches Blattstellt den sitzenden Jüngling Johannes in der Waldeinsamkeit vor,B. XII. p. 73 No. 17. R. Weigel fügte seinem I'rachtwcrko: Holz-schnitte berühmter Meister VII. Heft No. 31 eine meisterhafte Copic vonKrüger bei, und glaubt, dass sowohl die Strich- als die Tonplatte vondem Maler Mazzola selbst geschnitten sei. Nur auf späteren Abdrückenträgt das Blatt in der Bordüre das Zeichen des Antonio da Trento,wie wir auch im ersten Bande No. 17 bemerkt haben. Die InitialenF P. stehen auf den dem Antonio da Trento zugeschriebenen Blatternnicht, man legt aber fast alle der Zeichnung nach dem Parmegiano zu.Wir zählen hier nur Holzschnitte mit den in die Tiefe geschnittenen,also weiss erscheinenden Buchstaben FP auf.
1) Die Anbetung der Könige. Maria sitzt links mit dem Kindeauf dem Schoossc, und vom Grunde derselben Seite her kommt dasGefolge der Könige heran. Am Stuhle der heil. Jungfrau stehen dieInitialen F P. Helldunkel von drei Platten, welches dem Joseph NicolausVicentinus zugeschrieben wird. Bartsch XII. p. 29 No. 2. H. ß Z. 1 L.Br. 8 Z. 10 L. Die Platte erhielt später Andrea Andrcani, und diesersetzte an die Stelle der früheren Bezeichnung sein eigenes Monogrammmit der Jahrzahl 1605.
2) Die Anbetung der Könige. Maria sitzt rechts mit dem Kindeauf dem Schoosse. Der Stall ist rechts im Grunde, und der Zug derKönige kommt von der entgegengesetzten Seite her. Rechts unten F P.Helldunkel von drei Platten, B. 1. c. p. 30 No. 3. Dieses Blatt wirddem Nicolo Vicentino und auch dem Antonio da Trento beigelegt.II. 12 Z. 8 L. Br. 9 Z. 3 L.
3) Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in den Armen von Heiligenumgeben. Rechts unten: FP JY7C*'- Vicentino T. Der Buchstabe T be-deutet Taglid, wenn nicht das F schlecht ausgedrückt ist. Helldunkelvon drei Platten, B. 1. c. p. 64 No. 23. H. 10 Z. 6 L. Br. 8 Z. 6 L.
Radirte Blätter.
Bartsch, P. gr. XVI. p. 6 ff., schreibt diesem Künstler 15 eigen-händige Blätter zu, und macht auch auf verschiedene Copicn und Nach-ahmungen aufmerksam. Die früheren Verzeichnisse sind reicher, dadie Radirungen des Andrea Meldolla mit jenen des Parmegianino ver-mengt sind. In dieser Hinsicht ist das oben erwähnte Werk von RichardFord von Wichtigkeit, da letzterer auch Copien beifügte , dochgrösstenteils nur von solchen Blättern, welche Mazzola selbst mitTuschton und Weiss übergangen hatte. Die Initialen FP kommen aufdiesen schönen Radirungen nicht vor. Nur auf dem Blatte mit derGrablegung, B. No. 5, stehen die Initialen F M F, worüber wir No. 2289gehandelt haben. Frühere Chalcologeu glaubten, Parmegiano habe sichzuerst der Nadel und des Scheidwassers bedient, und sei daher derErfinder dieses Verfahrens. Gewiss ist nur, dass vor ihm kein Ita-liener die Nadel so geistreich und spielend zur Reproduktion malerischerZeichnungen geführt habe; allein schon Marc Anton radirte mehrerePlatten zu seinen kleineren Blättern, und diesem war Albrecht Dürerin Deutschland Vorgänger, dessen Radirungen die Jahrzahl 1515 und1516 tragen. Voraus geht aber schon Wenzel von Olmütz mit seinemsatyrischen Blatte der Roma caput mundi von 1496. Somit ist A. Dürerebenfalls nicht der älteste Radirer. Die Actznng in Metall war schonin der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts den Waffenschmieden bekannt,sowohl in Deutschland, als in Frankreich und Italien. Die frühestenVersuche, geätzte Platten auf Papier abzudrücken, sind in Holland undin Deutschland gemacht worden. Die Roma caput mundi von 1496 die